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Wiener Hörndlwald

Umstrittenes Reha-Zentrum kommt nicht

Das umstrittene Reha-Zentrum im Hörndlwald in Wien-Hietzing wird - was sich bereits seit längerem abgezeichnet hat - nicht realisiert. Nun hat auch die Stadt einen Schritt gesetzt. Der Bestandsvertrag mit jenem Verein, der als Betreiber vorgesehen war, wird nicht verlängert. Das endgültige Aus für das projektierte Reha-Zentrum im Hörndlwald in Wien-Hietzing hat von politischer Seite Beifall über die Parteigrenzen hinaus hervorgerufen.

red/Agenturen

„Der Hörndlwald bleibt grün“, versicherte die zuständige Stadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) der APA. Die bestehende Widmung des Areals als Grünland- und Parkschutzgebiet bleibe aufrecht. „Veränderungen der Widmung sind nicht vorgesehen“, beteuerte die Ressortchefin. Die Nicht-Verlängerung des Vertrages wurde damit begründet, dass der Betreiber das Projekt bis jetzt nicht realisiert habe. Darum lasse man den Vertrag auslaufen.

Das Reha-Zentrum - konkret war eine Burn-Out-Klinik geplant - sollte auf dem Areal des ehemaligen, inzwischen abgerissenen Josef-Afritsch-Jugendwohnheims entstehen. Allerdings hat der Bauwerber bereits vor längerer Zeit beklagt, dass die Verfahren zu lange dauern und angekündigt, dass man sich nach einem anderen Standort umsehen werde. Prinzipiell sei es aber nötig, eine derartige Einrichtung in Naturnähe anzusiedeln, wurde betont.

Anrainer und der Bezirk Hietzing wehren sich jedenfalls seit Jahren gegen die Verbauung. Befürchtet wird unter anderem eine massive Verkehrsbelastung. Die Kritiker fordern eine Renaturierung des Gebiets.

Bezirksvorsteherin fordert aber Entfernung von Bauflächen aus Widmung 


Das endgültige Aus für das projektierte Reha-Zentrum im Hörndlwald in Wien-Hietzing hat von politischer Seite Beifall über die Parteigrenzen hinaus hervorgerufen. Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) jubilierte über das „Umdenken der Stadtregierung“ in der Causa. Freude darüber, dass Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) den Vertrag mit dem Verein nicht verlängert, gab es auch von FPÖ und SPÖ.

„Es freut mich sehr, dass Stadträtin Gaal die Anliegen der Wohnbevölkerung endlich ernst nimmt und den Baurechtsvertrag nicht verlängert. Damit eine Verbauung des Hörndlwaldes jedoch endgültig vom Tisch ist, müssen die als ,besondere Bebauungsbestimmungen’ gewidmeten Bauflächen aus der Flächenwidmung entfernt werden“, forderte die Bezirkschefin via Aussendung am Freitag. Die ÖVP strebe diesbezüglich einen gemeinsamen Resolutionsantrag mit FPÖ, Grünen und NEOS in der Bezirksvertretungssitzung im Dezember an, kündigte der Hietzinger Klubobmann Andreas Schöll. Die SPÖ sei ebenfalls „herzlich eingeladen“, dieses Anliegen zu unterstützen.

Vielfachem Wunsch der Bevölkerung nachgekommen

Die Bezirks-Roten zeigten sich über Gaals Entscheidung jedenfalls erfreut. „Der Hörndlwald bleibt als Naherholungsgebiet erhalten“, damit sei die Ressortchefin dem vielfachen Wunsch der Bevölkerung nachgekommen, meinte der Hietzinger SPÖ-Klubobmann Marcel Höckner.

Einen „Freudentag“ hatte auch FPÖ-Gemeinderat Günter Kasal: „SPÖ-Stadträtin Gaal hat eingelenkt und ist dem Willen der Hietzingerinnen und Hietzinger nachgekommen, die sich seit Jahrzehnten für die Unberührtheit des Landschaftsschutzgebietes einsetzten.“

Die Wohnbaustadträtin hatte zuvor gegenüber der APA verkündet, den Bestandsvertrag mit jenem Verein, der als Betreiber für die geplante Burn-Out-Klinik vorgesehen war, nicht zu verlängern. Diese sollte auf dem Areal des inzwischen abgerissenen Josef-Afritsch-Jugendwohnheims entstehen. Allerdings hat der Bauwerber bereits vor längerer Zeit angekündigt, einen anderen Standort suchen zu wollen.

 

Reha
Das Reha-Zentrum - konkret war eine Burn-Out-Klinik geplant - sollte auf dem Areal des ehemaligen, inzwischen abgerissenen Josef-Afritsch-Jugendwohnheims entstehen.
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