Corona-Impfstoff

USA spenden weitere 500 Millionen Impfdosen

Die USA wollen im Kampf gegen Corona weitere 500 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. Das werde US-Präsident Joe Biden bei einem virtuellen Corona-Gipfel an diesem Mittwoch (17.00 MESZ) ankündigen, sagte eine hohe Regierungsbeamtin vor dem virtuellen Treffen. Die Dosen von Pfizer/Biontech sollten in den USA produziert werden und an ärmere Länder gehen. Diese Spende sei an keine Bedingungen geknüpft.

red/Agenturen

„Wir beweisen, dass man sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch anderen helfen kann“, hieß es weiter. Die USA hatten bereits vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall im Juni eine Spende von 500 Millionen Impfdosen angekündigt. Die USA wollen den Informationen zufolge die Impfdosen von den Herstellern Pfizer und Biontech zu einem „nicht gewinnorientierten Preis“ kaufen. Insgesamt belaufen sich die Zusagen der USA damit auf 1,1 Milliarden Impfdosen-Spenden. „Für jede Spritze, die wir in diesem Land verabreicht haben, spenden wir drei Dosen an andere Länder“, sagte die US-Regierungsvertreterin.

Man habe bisher rund 160 Millionen dieser Dosen in etwa hundert Länder der Welt geliefert - darunter Peru, Pakistan, Sri Lanka oder Äthiopien. Täglich würden weitere Dosen verschickt. Man arbeite außerdem daran, die Produktionskapazitäten in den USA weiter auszubauen.

Die Hersteller Biontech/Pfizer teilten mit, die US-Regierung werde die zusätzlichen Dosen zu einem „gemeinnützigen Preis“ beziehen. Sie gingen „an 92 Länder mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen“ und an die 55 Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union verteilen. Laut Pfizer-Chef Albert Bourla werden die 500 Millionen Dosen in den USA produziert und bis Ende September 2022 geliefert. Biontech-Chef Ugur Sahin bezeichnete die Ausweitung der Zusammenarbeit mit den USA als „Meilenstein“, der „die Bereitstellung unseres Impfstoffs für Menschen in den ärmsten Regionen weiter beschleunigen“ werde.

Weltweit wurden bisher sechs Milliarden Corona-Impfdosen verabreicht. Die Marke wurde laut einer auf amtlichen Daten basierenden Statistik der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch um 11.30 Uhr erreicht. Fast 40 Prozent der weltweit verabreichten Impfdosen wurden in China gespritzt, an zweiter und dritter Stelle folgen Indien und die USA.

Online-Gipfel thematisiert gerechtereren Zugang zu Impfstoffen

Biden hat für Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Pandemie einberufen. Er sollte am späten Nachmittag mitteleuropäischer Zeit beginnen. Ziel sei es, Staats- und Regierungschefs, Vertreter internationaler Organisation mit Nichtregierungsorganisationen und der Privatwirtschaft zusammenzubringen, um sich auf eine „gemeinsame Vision zur Bekämpfung“ von Corona zu einigen, hieß es im Voraus aus dem Weißen Haus. Per Videobeitrag wollte auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) teilnehmen, der sich derzeit für die jährliche Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York aufhält.

Zentrales Thema bei dem Treffen ist die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt. Biden wolle bei dem Online-Gipfel dazu aufrufen, dass auch andere Länder dringend handelten, um das „Virus auszurotten“, so die Regierungsbeamtin. „Wir können das nicht allein tun.“ Jeder müsse Verantwortung übernehmen. Das Treffen solle rund vier Stunden dauern. Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als hundert Staaten und Organisationen sollen demnach daran teilnehmen - darunter auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus. Der Gipfel wird sich den Informationen zufolge in vier unterschiedliche Sitzungen aufteilen. Live-Redebeiträge und Videobotschaften wurden angekündigt.

Deutschland hat zugesagt, bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen für andere Länder bereitzustellen - ungefähr so viele Dosen wurden bisher auch im Inland eingesetzt. Österreich hat bisher zwei Millionen Impfdosen bilateral zur Verfügung gestellt sowie 650.000 Dosen über die COVAX-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Biden hatte bereits bei seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung angedeutet, dass er während des Corona-Gipfels eine bedeutende Zusage machen wolle. „Um diese Pandemie zu bekämpfen, brauchen wir einen kollektiven Akt der Wissenschaft und des politischen Willens“, hatte er erklärt. Jeder einzelne Todesfall sei ein großes Leid.

Die Impfkampagne in den USA hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt verloren. Bisher sind dort 54,8 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschließend geimpft. Gleichzeitig steht das Thema Auffrischungsimpfungen auf der Agenda. Die WHO hatte bereits Anfang August einen vorübergehenden Stopp von Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus gefordert, so lange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten.

Impfung
Ärmere Länder werden es den USA, die 500 Millionen Impfdosen an sie spenden wollen, mit Sicherheit danken.
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