Ärzteverband Schweiz

Verhaltenskodex gegen schwarze Schafe

Der Schweizer Verband der invasiv und chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte (FMCH) geht gegen schwarze Schafe in den eigenen Reihen vor. Mit einem eigenen Verhaltenskodex sollen überteuerten Honoraren, Geschenkannahmen oder Abwerben von Patienten ein Riegel vorgeschoben werden.

red/Agenturen

Die ärztliche Tätigkeit müsse hohen ethischen, rechtlichen und qualitativen Anforderungen genügen, betonte der Verband der invasiv und chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz in einer Presseaussendung am Dienstag. „Schwarze Schafe“, die dagegen verstießen – etwa mit überhöhten Honorarforderungen –schädigten den Ruf und das Ansehen der gesamten Ärzteschaft. Sie würden damit auch das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt untergraben. Die FMCH-Mitglieder haben deshalb einen Verhaltenskodex verabschiedet, der die Normen der ärztlichen Tätigkeit in Erinnerung ruft und klarstellt.

Die Richtlinien des Verhaltenskodex legen fest, welches Verhalten der Verband für verwerflich hält. Die zentrale Weisung im Papier ist, dass Ärzte nur bei „klar ausgewiesenen, wissenschaftlich anerkannten und im Einzelfall begründeten Indikationen“ zum Skalpell greifen dürfen.

Verboten ist es den Spezialärzten laut dem Verhaltenskodex zudem, Patienten abzuwerben – etwa bei Stellvertretungen oder in Notfallsituationen – und Geld oder Geschenke für die Zuweisung von Patienten anzunehmen. Sie dürfen sich von der Pharmaindustrie auch nicht dafür bezahlen lassen, ein Medikament oder ein Implantat zu empfehlen. Der „Code of Behaviour“ verbietet den Spezialärzten auch, überhöhte Rechnungen zu stellen.

Ärzten, die sich nicht an die Richtlinien halten und denen dies nachgewiesen werden kann, droht der Ausschluss aus ihrer jeweiligen Fachgesellschaft. Diese soll auch den Kantonsarzt informieren. Die Behörden können dann darüber entscheiden, ob sie dem Mediziner die Bewilligung zur Berufsausübung entziehen.

Dem Verband FMCH gehören gut 20 Fachgesellschaften und Berufsverbände an, darunter jene der Chirurgen, Orthopäden, Augenärzte oder Gynäkologen. Der Verhaltenskodex stützt sich insbesondere auf den Schweizer Ärzte-Eid, der die Patienten vor falschen ökonomischen Anreizen schützen und die Indikationsqualität stärken will.