Verschärfungen bringen wieder mehr Steirer zur Impfung

In der Steiermark lassen sich angesichts der zusehends verschärften Anti-Corona-Maßnahmen wieder mehr Menschen impfen, wie am Freitag im Impf-Update des Landes Steiermark mitgeteilt wurde. Angesichts der steigenden Infektionszahlen riefen die Impf-Verantwortlichen zum wiederholten Male dazu auf, die Angebote anzunehmen.

red/Agenturen

Bisher hat es laut Impfkoordinator Michael Koren 832.341 Erstimpfungen und 793.610 Vollimmunisierungen gegeben. Dazu kommen laut Land Steiermark auch rund 92.000 Genesene. Derzeit sind damit mit Stand Freitag 66,7 Prozent der Gesamtbevölkerung erstgeimpft, das entspricht rund 75 Prozent der impffähigen Personen ab zwölf Jahren und rund 79 Prozent der Erwachsenen ab 18 Jahren. Vollimmunisiert durch Impfungen sind 63,6 Prozent der Gesamtbevölkerung bzw. rund 71,5 Prozent der impffähigen Personen bzw. 75,5 Prozent der Erwachsenen ab 18 Jahren.

An Drittimpfungen wurden 60.754 bei den Impfstraßen, niedergelassenen Ärzten, Spitälern, Dialysestationen und Pflege- und Altenheimen verabreicht. Koren sagte, die Ankündigung neuer Verordnungen bringe die Menschen dazu, sich zum Impfen zu bewegen. Zuletzt habe man in den Impfstraßen am Tag über 3.000 Menschen registriert, zum größten Teil für Erstimpfungen.

Nach der Empfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG), dass man bei AstraZenaca nach vier Monaten eine Drittimpfung machen sollte, werde man nun gut überlegen, wie damit umzugehen sei, sagte Koren. Bei Pfizer/Biontech und anderen Impfstoffen sei die Verkürzung des Intervalls von neun auf sechs Monate ja zu erwarten gewesen. Ab nächster Woche dann seien rund 30.000 entsprechende Impfungen in den Impfstraßen und auch bis zu 25.000 bei niedergelassenen Ärzten möglich. „1.100 Fälle sind ein sehr hoher Neuinfektionsstand, wir müssen uns dringend boostern lassen und auch erstimpfen, so hilft man noch schärfere Maßnahmen zu vermeiden“, sagte Koren.

Trend zu mehr Impfwilligkeit

Der stellvertretende Leiter der Landesamtsdirektion, Wolfgang Wlattnig, berichtete, dass die Einladungen - rund 46.000 - für Drittimpfungen für die Kalenderwochen 46 bis 48 ausgeschickt seien. Die Termine für das vorgezogene Impfen würden nun noch nachgeschickt. Wlattnig zeigte sich erfreut, dass die Anmeldezahlen auf der steirischen Impfplattform nun wieder steigen würden. Er wiederholte eine Aussage der Bioethikkommission: „Eine Pandemie ist keine Privatsache.“ Sich nicht impfen zu lassen, hieße sich einem solidarischen Akt zu entziehen, obwohl man oft selbst Nutznießer gesellschaftlicher Solidarität sei.

Eine Personalaufstockung in den Impfstraßen halte er derzeit nicht für erforderlich, sagte Wlattnig auf Journalistenfragen. Er rechne mit höchstem Andrang erst im Dezember. Intern werde überlegt, wie man dem zu erwartendem höhere Impfaufkommen Rechnung personell tragen könne.

Der Leiter der Impfstraßen, Harald Eitner, bestätigte ebenfalls den Trend zu mehr Impfwilligkeit: „Ich hoffe, dieser Trend im freien Impfen und bei den Impfbussen setzt sich fort.“ Eitner ging auch auf einen Vorfall ein, den die „Kleine Zeitung“ berichtet hatte. So hatten sich noch Impfwillige beim Impfbus in Mürzzuschlag befunden, als dieser dann aber zur nächsten Station weitergefahren sei. Eitner warb um Verständnis: „Nicht immer kommen alle, die impfwillig sind, auch beim Impfbus dran. Die Kapazitäten sind beschränkt, zwei Ärzte sind im Impfbus und können nur eine gewisse Anzahl an Stichen pro Stunde verabreichen. Die Standzeit ist vorgegeben, sonst baut sich eine Welle bei den anderen Stationen auf“, erklärte Eitner. Man gebe auch Zählkarten aus und teile so früh wie möglich mit, ab wann niemand mehr drankommen werde können. Viele Impfwillige hätten ja auch umfassenden Aufklärungsbedarf, das brauche Zeit und sie hätten darauf ja Anspruch. Andererseits gebe es wieder Personen, „die setzen sich hin und wollen geimpft werden“, sagte der Impfstraßenleiter. Das brauche dann wiederum nur wenig Zeit.