Vorarlberg will mit Krisenplan zweiten Lockdown vermeiden

Die Vorarlberger Landesregierung hat am Dienstag ihren „Krisenplan II“ präsentiert, mit dem ein zweiter Lockdown verhindert werden soll. Zentrale Punkte sind unter anderem die Einführung eines Corona-Warndienstes nach Vorbild der Lawinenwarnung, die Optimierung der Kontaktpersonenerhebung und das Sichern ausreichender Testkapazitäten. Für die Wirtschaft soll es eine Teststrategie geben.

red/Agenturen

Der Corona-Warndienst, der bis August umgesetzt sein soll, wird als wesentliche Grundlage für alle Entscheidungen in Vorarlberg dienen, erklärten Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP) bei der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung. Nach dem Vorbild des Lawinenwarndienstes soll mit einer fünfteiligen Farbskala im Corona-Dashboard auch für die Bevölkerung schnell ersichtlich sein, in welcher Gemeinde welche Warnstufe herrscht. Je nachdem könnten dann auch punktuell oder regional wieder strengere Maßnahmen eingeführt werden, erklärte Wallner - vom Mund-Nasen-Schutz bis zur Quarantäne.

Das Infektionsteam soll als Kernstück des Kontaktpersonen-Tracings mindestens bis Ende des Jahres aufrechterhalten bleiben, um Infektionen schnell zu erkennen und die Infektionsketten zu unterbrechen. Das Team wird künftig an zwei Standorten in Bregenz arbeiten und kann innerhalb einer Stunde von derzeit zwölf auf bis zu 30 geschulte Mitarbeiter aufgestockt werden, erklärte Rüscher.

Teststrategie für Wirtschaft und Leitfaden für Veranstaltungen 

Die zentrale Teststelle in Röthis bleibt weiter bestehen. Die derzeitige Testkapazität liegt bei rund 400 Tests an sieben Tagen die Woche. Wer keine Symptome hat, aber trotzdem getestet werden möchte, kann dies nach Anmeldung unter vorarlberg.at/coronatest zum Selbstkostenpreis von 115 Euro weiterhin tun. Auch der zentrale Einkauf von Schutzmaterialien für den Vorarlberger Gesundheitsbereich wird beibehalten, regionale Beschaffungsmöglichkeiten werden besonders geprüft.

An einer Teststrategie für die Wirtschaft wird derzeit gemeinsam mit dieser gearbeitet, um den Betrieben Sicherheit im Umgang mit dem Virus zu geben. Für die Durchführung und den Besuch von Veranstaltungen wird ein Leitfaden mit Checklisten erarbeitet.

Die Gesundheitsversorgung müsse laufend an die jeweiligen Infektionszahlen angepasst werden, hieß es bei der Pressekonferenz. Die Spitäler seien weiter auf möglicherweise notwendige Isolierungen vorbereitet. Mit 30. Juni werden die Infektionsordination für infektiöse Nicht-Corona-Patienten und das Notversorgungszentrum in der Messe Dornbirn eingestellt, beide können aber bei Bedarf kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden.

Obwohl in Vorarlberg derzeit wieder ein weitgehend normales Leben möglich sei, sei es gerade jetzt wichtig, achtsam zu bleiben und auf Maßnahmen wie Händewaschen, Abstand oder Mund-Nasen-Schutz zu achten. Entscheidend sei außerdem weiterhin, dass sich Personen mit Symptomen testen lassen - „nur so können Infektionen rasch festgestellt werden“, so Wallner und Rüscher.