Coronavirus

Vorerst keine vierte Welle in Wiener Alters- und Pflegeheimen

Die vierte Corona-Welle ist in den Wiener Alters- und Pflegeheimen bisher ausgeblieben. Unter den rund 17.000 Bewohnerinnen und Bewohnern gibt es derzeit 24 behördlich bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2, von den rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 75 Corona-positiv. Wie aus Daten der Stadt Wien hervorgeht, waren im gesamten November zu keinem Zeitpunkt mehr als 50 Bewohnerinnen und Bewohner bzw. 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter infiziert.

red/Agenturen

Das ist insofern bemerkenswert, als in der zweiten Welle in den Wiener Alters- und Pflegeheimen ein Vielfaches an Infektionszahlen verzeichnet wurde. Der Höchststand an aktiven Fällen war am 15. Dezember 2020 mit 226 auf Seiten der Bewohnerinnen und Bewohner und 445 bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegeben. "Danach sind wir nie wieder in die Nähe dieser Zahlen gekommen", hielt ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Dienstag fest.

Ausschlaggebend dafür war, dass nach dem Jahreswechsel eine Schutzimpfung gegen Covid-19 verfügbar war und diese in den Alters- und Pflegeheimen von Anfang an gut angenommen wurde. "Damit sind diesen Einrichtungen großteils die Folgen der dritten und vierten Welle erspart geblieben", betonte der Sprecher gegenüber der APA. Trotz des enormen Infektionsdrucks in der jüngsten Welle habe man die positiven Fälle unter den Senioren und Pflegebedürftigen in der Bundeshauptstadt im Rahmen halten können: "Durch rasches Drittimpfen wurde dort die Entwicklung minimal gehalten."

21 Prozent aller Wienerinnen und Wiener sind bereits drittgeimpft (Stand: 29. November). Bei den Senioren sind die Drittimpfungsquoten deutlich höher. Von den über 90-Jährigen haben 52 Prozent den dritten Stich gegen Covid-19 erhalten, von den 80- bis 89-Jährigen sogar 64 Prozent. Bei den 70- bis 79-Jährigen liegt der Anteil der Drittgeimpften bei 47 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigem bei 36 Prozent.

Die Bereitschaft der älteren Bevölkerung, sich mit der Booster-Impfung weiter gegen das Coronavirus und eine Covid-19-Erkrankung zu schützen, hat direkte Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen in der Bundeshauptstadt. Laut Stadt Wien waren von den am Montag gemeldeten 21.543 aktiven Fällen nur zwölf Prozent der Betroffenen über 60 Jahre alt.