WHO: Abseits von Corona Millionen Kinder gefährdet

Zwar würden sich die Impfdienste langsam von den Corona-bedingten Unterbrechungen erholen, doch weiterhin seien Millionen Kinderleben durch tödliche Krankheiten bedroht, warnten die Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, und Gavi, die Impfstoffallianz, am Montag im Rahmen der Weltimpfwoche. Eine neue globale Strategie zielt darauf ab, durch Impfungen über 50 Millionen Leben zu retten.

red/Agenturen

„Impfstoffe werden uns helfen, die Covid-19-Pandemie zu beenden, aber nur, wenn wir einen fairen Zugang für alle Länder sicherstellen und starke Systeme aufbauen, um sie bereitzustellen", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. Wenn wir mehrere Ausbrüche lebensbedrohlicher Krankheiten wie Masern, Gelbfieber und Diphtherie vermeiden wollen, müssen wir sicherstellen, dass in allen Ländern der Welt Routineimpfungen angeboten werden.

WHO, UNICEF, Gavi und andere Partner haben nun die Immunisierungsagenda 2030 (IA2030) vorgestellt. Diese konzentriert sich auf Impfungen während des gesamten Lebens, vom Säuglingsalter über die Jugend bis ins hohe Alter. Wenn sie vollständig umgesetzt wird, könnte sie laut WHO rund 50 Millionen Todesfälle verhindern – 75 Prozent davon in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Bis 2030 will man eine 90-prozentige Abdeckung für essenzielle Impfungen erreichen, die im Kindes- und Jugendalter verabreicht werden. Zudem soll die Zahl der ungeimpften Kinder halbiert werden. 500 nationale oder subnationale Markteinführungen neuer oder unzureichend genutzter Impfstoffe (z.B. für Covid-19, Rotavirus oder humane Papillomaviren) sollen bis dahin abgeschlossen sein.

Um diese Ziele zu erreichen, rufen die beteiligten Organisationen die Staats- und Regierungschefs weltweit und die globale Gesundheits- und Entwicklungsgemeinschaft zum Handeln auf. Diese sollten sich ausdrücklich zu IA2030 verpflichten und in stärkere Immunisierungssysteme investieren.

Alle Länder sollten ehrgeizige nationale Impfpläne entwickeln und umsetzen, die Gebergemeinschaft und Regierungen sollten ihre Investitionen in Impfstoffforschung und -innovation, -entwicklung und -bereitstellung erhöhen. Die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen müsste weiter beschleunigt werden, und eine kontinuierliche Versorgung mit erschwinglichen Impfstoffen sei sicherzustellen.