Schweiz

Wille zur Organspende soll auf Versichertenkarte vermerkt werden

Auf der Krankenversicherungskarte soll künftig vermerkt sein, ob die versicherte Person Organspenderin ist oder nicht. Das will die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK). Sie hat eine parlamentarische Initiative von FDP-Nationalrat Philippe Nantermod (VS) gutgeheissen.

red/Agenturen

Die Kommission stimmte der Initiative mit 21 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung zu, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Sie sieht darin eine effiziente und rasch umsetzbare Möglichkeit, die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Ist die Schwesterkommission des Ständerates einverstanden, kann die Nationalratskommission eine Gesetzesvorlage ausarbeiten.

Nantermod schlägt vor, dass die versicherte Person den Versicherer über die Organspendebereitschaft informieren muss. Der Spendewille soll auf der Versichertenkarte vermerkt werden, wobei die versicherte Person den Vermerk jederzeit ändern lassen könnte.

Existieren widersprüchliche Willenserklärungen der versicherten Person in Bezug auf die Spendebereitschaft oder die Patientenverfügung, wäre die jüngste Willenserklärung massgebend. Jedes Jahr würden etwa hundert Patientinnen und Patienten sterben, weil ihnen kein passendes Organ zugewiesen werden könne, schreibt Nantermod zu seinem Vorstoss. Da es seit 2010 für alle Versicherten obligatorisch sei, eine Versichertenkarte zu haben, sei es naheliegend, dieses Instrument zu nutzen.

Organtransplantation
In der Schweiz leben mehr als 5000 Menschen dank eines oder mehrerer transplantierter Organe. Jährlich erhalten 600 Patienten ein Herz, eine Niere, eine Leber, eine Lunge oder eine Bauchspeicheldrüse.
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