Coronavirus

Zahl der neuen Todesfälle in Deutschland halbiert

Auch in Deutschland sinkt die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle und -Toten deutlich. Von Samstag auf Sonntag ist die Zahl der Todesfälle um 91 auf 5.734 gestiegen, nachdem am Vortag 189 Tote verbucht worden waren. Die Zahl der Neuinfektionen nahm um rund 1.400 (Vortag: 1.845) auf 155.400 zu, ging aus einer mit Stand 20.15 Uhr veröffentlichten Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor.

red/Agenturen

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Sonntag wie zuvor bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 112.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der deutschen Bundesländer zufolge Bayern mit fast 41.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1.613 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 31.600 Fällen und mindestens 1.096 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 31.000 bestätigten Fällen und mindestens 1.249 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 315,8 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 187,0. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100 000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Deutsche Politik und Gerichte überprüfen Entscheidungen

Darüber hinaus wollen in unserem nördlichen Nachbarland Deutschland Politik und Gerichte in den kommenden Tagen zentrale Regelungen in der Corona-Krise überprüfen: Während Bund und Länder am Donnerstag über weitere Schritte gegen die Pandemie beraten, sind bei etlichen Oberverwaltungsgerichten etwa Entscheidungen geplant, ob die getroffene 800-Quadratmeter-Begrenzung zur Öffnung des Einzelhandels rechtens ist.

Am Wochenende kündigte Arbeitsminister Hubertus Heil in der „Bild am Sonntag“ an, dass er bis Herbst ein Gesetz für das Recht auf Homeoffice vorlegen wolle. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnte im „Tagesspiegel“ mit Blick auf die Milliardenhilfen des Staates für die Wirtschaft vor Illusionen und sprach sich gegen eine klassische Abwrackprämie für Autos aus.

In vielen deutschen Bundesländern werden ab Montag weitere Lockerungsschritt gesetzt. So werden etwa Bayern die Einzelhandels-Geschäfte bis zu einer Größe bis 800 Quadratmetern wieder öffnen. Zudem beginnt in etlichen Bundesländern ein stark eingeschränkter Schulbetrieb für die Abschlussklassen. In anderen Ländern gilt ab Montag eine Maskenpflicht für den Öffentlichen Nahverkehr und meist auch für die Geschäfte. Die saarländische Regierung kündigte am Wochenende an, sie wolle allen Bürgern des Landes am Montag deshalb Schutzmasken zur Verfügung stellen.

Ministerpräsident Tobias Hans warnt vor erneuten Ansteckungswelle

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hatte in der „Rheinischen Post“ vor einer zweiten Ansteckungswelle gewarnt, wenn die Lockerungen zu weit gehen würden. Kanzlerin Angela Merkel hatte die Absprache mit den Ministerpräsidenten über eine weitergehende Lockerung der Einschränkungen im öffentlichen Leben auf den 6. Mai verschoben, weil man erst dann einen Überblick habe, wie sich etwa die Geschäftsöffnungen auf die Zahl der Neuinfektionen auswirke.

Möglicherweise werden kommende Woche aber auch Gerichte für Veränderungen sorgen. Bereits vergangenen Mittwoch hatte das Verwaltungsgericht Hamburg einem Kläger gegen die 800-Quadratmeter-Begrenzung recht gegeben. Das Gericht sah keine gesicherten Belege dafür, dass von größeren Verkaufsflächen allein eine höhere Anzie­hungs­kraft auf Kunden ausgehe. Nun muss das Oberverwaltungsgericht ein Urteil fällen. Entscheidungen werden etwa auch in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen und Niedersachsen erwartet.

Arbeitsminister Heil kündigte ein weiteres Gesetzesprojekt an: „Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) forderte Supermärkte gegenüber der Funke-Mediengruppe auf, ihren Mitarbeitern einen steuerfreien Bonus wegen der Arbeit in Corona-Zeiten zu zahlen

 

Corona - Berlin - Deutschland - Regierungssitz - Merkel
In Deutschland steigt die Gesamtzahl der Tests gegen das Coronavirus kontinuierlich. Seit Monaten werden die Kapazitäten ausgebaut.
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