Regierung

Zahlreiche Wünsche an neuen Gesundheitsminister

Zahlreiche Willkommenswünsche, aber auch Arbeitsaufträge hat der neue Gesundheits- und Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne) zu seiner Angelobung am Montag bekommen: Die Diakonie appellierte an den neuen Minister, über die unmittelbare Pandemie-Bekämpfung die sozialen Agenden nicht zu vergessen, die Psychotherapeuten pochten auf einen Versorgungsausbau und auch Tierschutzorganisationen forderten Initiativen.

red/Agenturen

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer erwartet sich eine „gute Zusammenarbeit unter Einbindung der Wirtschaft“, denn nur, wenn alle an einem Strang ziehen, könne man die Pandemie bestmöglich bewältigen. Man freue sich auf einen „konstruktiven Dialog, um gemeinsam die Pandemie langfristig zu bekämpfen und sichere Öffnungsschritte möglich zu machen“.

Auch der Handelsverband gratulierte zur Angelobung, gleichzeitig deponierte Verbands-Geschäftsführer Rainer Will einmal mehr eindringlich sein Nein zu den zuletzt diskutierten Zutrittstests im Handel. Auf seiner Wunschliste stehen u.a. kostenlose Antikörpertests für die gesamte Bevölkerung. Dadurch würden die Antigen-/PCR-Teststraßen „massiv entlastet“ und die Anzahl der erforderlichen Berufsgruppentests massiv reduziert werden. Mückstein müsse „den Impf-Turbo einlegen“ und die Teststrategie auf breitere Beine stellen, „damit wir uns weitere Lockdowns ersparen können.“

Die Diakonie erinnerte an die soziale Dimension der Corona-Krise: „Wie die Kosten der Corona-Krise verteilt werden, entscheidet darüber, ob es in den nächsten Jahren in Österreich mehr oder weniger Armut geben wird“, betonte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Sie appellierte an Mückstein, „als Anwalt für Menschen mit wenig Geld und wenig Einfluss zu agieren“. Als Bereiche, in denen der Sozialminister rasch und entschlossen handeln müsse, nannte Moser mangelnde Existenzsicherung und Wohnungslosigkeit, aber auch eine „wirkliche“ Pflegereform.

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) erhofft sich von dem „kompetenten Allgemeinmediziner“, dass die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen und der Ausbau der Versorgung auf diesem Gebiet vorangetrieben werden.

Der Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, Niederösterreichs SPÖ-Chef Franz Schnabl, erklärte, Mückstein sei angesichts der bevorstehenden Aufgaben „nicht zu beneiden“. Neben der Corona-Pandemie würden auch „viele weitreichende Entscheidungen im Gesundheits- und Sozialbereich“ anstehen, etwa bei der begonnenen Pflegereform. Der Samariterbund helfe gerne mit, „das heimische Sozial- und Gesundheitswesen zukunftstauglich zu machen“, ergänzte Samariterbund-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller.

Von „Sport-Deal“ bis Tierschutz

Mehr Aktivitäten zur Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit, die in der Pandemie bisher viel zu kurz gekommen seien, forderte die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga). Notwendig seien „ein klares Bekenntnis und erst recht entsprechende Handlungsstrategien, um die weitaus nachhaltigste Zukunftsinvestition - nämlich jene in die seelische, soziale und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen - ins Zentrum aller Bemühungen zu stellen“, meinte Kinderliga-Präsident Christoph Hackspiel.

Einen „Sport Deal“, einen „wegweisenden Pakt zwischen allen Akteuren der Gesundheit und des Sports, um Österreich nachhaltig fit für die Zukunft zu machen“, forderte die Sportunion. „Mehr Sport ist der Schlüssel zu mehr gesunden Lebensjahren, wo wir enormen Aufholbedarf haben“ meinte Sportunion-Präsident Peter McDonald, der auch auf rasche Öffnungsschritte für den Vereinssport drängte. Auch Sport Austria-Präsident Hans Niessl betonte, dass es sich bei Sportpolitik auch um Gesundheitspolitik handle und er sich auf Gespräche freue.

Die Tierschutzorganisationen Vier Pfoten, Verein gegen Tierfabriken und Tierschutz Austria erinnerten Mückstein gleich zu Amtsantritt daran, dass er „auch Tierschutzminister“ sei. Auch wenn die Bekämpfung der Corona-Pandemie das Ministerium vor beträchtliche Herausforderungen stelle, „gibt es aktuell gravierende Probleme im Tierschutz, die einer dringenden Lösung bedürfen“. Mückstein solle sämtliche Tierschutz-Initiativen seines Vorgängers Rudolf Anschober (Grüne) weiterverfolgen, hieß es in einer Aussendung.

 

Wolfgang Mückstein
Wolfgang Mückstein folgt Rudolf Anschober als Gesundheitsminister nach und wurde Montag vormittag angelobt.
APA/APA-POOL/ROLAND SCHLAGER