Corona-Verordnungen
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Öffnungen: Regeln für Spitalsbesuche in Österreich werden gelockert

Durch das Ende des Lockdowns am Mittwoch werden auch die Regelungen für Besucher und Patienten in den österreichischen Krankenhäusern gelockert. Für Genesene, Getestete und Geimpfte nach der sogenannten 3G-Regel sind Patientenbesuche uneingeschränkt möglich. Patienten - egal ob stationär oder ambulant - brauchen teilweise dennoch ein negatives Ergebnis eines Corona-Tests. Stationäre aufgenommene Patienten dürfen allerdings nicht mehr als einen Besuch pro Tag empfangen.

red/Agenturen

Wer eine Ambulanz in Wien aufsucht, muss somit weiter einen negativen Corona-Test vorlegen, selbst wenn er bereits geimpft oder genesen ist. In einer Untersuchungssituation sei es nicht immer möglich, die Masken- und Abstandsregeln einzuhalten, erläuterte dazu eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds gegenüber der APA.

Genesene müssen vor Besuchsantritt ihren Status mittels eines maximal sechs Monate alten Absonderungsbescheids nachweisen, wobei zusätzlich die E-Card oder ein gültiger Ausweis als Legitimationsnachweis mitzubringen ist. Personen, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus bzw. eine Covid-Erkrankung länger als sechs Monate zurückliegt, werden auch dann zugelassen, wenn sie sich in einem Labor einem neutralisierenden Antikörpertest unterzogen haben und belegen können, dass sie noch hinreichende Antikörper auf SARS-CoV-2 besitzen.

Bei Geimpften muss der Erststich mindestens 21 Tage zurückliegen, wobei die Besuchsberechtigung zunächst für drei Monate gilt. Bei Impfstoffen, für die bereits eine Dosis für eine Vollimmunisierung ausreicht, erlischt die Zutrittsberechtigung erst nach neun Monaten. Für Personen, die bereits eine zweite Dosis erhalten haben, verlängert sich die Berechtigung auf neun Monate ab dem Erststich.

Wer als Getesteter in ein Krankenhaus will, benötigt entweder einen höchstens 48 Stunden alten Antigentest oder einen maximal 72 Stunden alten PCR-Test. Antigen-Selbsttests werden vom Gesundheitsverbund vorerst nicht akzeptiert, da noch unklar ist, inwieweit sie zuverlässig genug sind, um eine ausreichende Sicherheit zu bieten.

Abstandsregelungen & Maskenpflicht

Für stationär aufgenommene Patienten bzw. negativ getestete Besucher gelten weiterhin die Abstandsregelungen und die Maskenpflicht. Notfälle und Akutereignisse - etwa die Aufnahme von Schwangeren und deren Begleitpersonen bzw. unmündigen Patienten und deren Begleitpersonen - sind von dem neuen Regelwerk insofern ausgenommen, als in diesen Fällen an Ort und Stelle ein aussagekräftiger Corona-Test vorgenommen werden kann.

Ein anderes System haben die Salzburger Landeskliniken (SALK), wo es ab morgen ebenfalls Erleichterungen bei Zutrittsregeln geben wird. Nach einem „Green Check“ erhalten Geimpfte, Genesene und Getestete, die dazu eine Bestätigung vorweisen müssen, ein grünes Band, mit dem sie sich frei bewegen können. In den Landeskliniken Hallein, St. Veit und Tamsweg sei generell pro Tag und Patient ein Besuch für eine Stunde erlaubt, informierten die SALK. Am Uniklinikum Salzburg gilt hingegen weiterhin ein weitgehendes Besuchsverbot mit Ausnahmen für Patienten in kritischen Lebenssituationen, auf der Geburtenstation, im Kinderbereich und in der Psychiatrie.

Falls eine Personen keinen Nachweis über eines der drei „G“ erbringen kann, erfolgt wie bisher das Primär-Screening an den Eingängen und das Sekundär-Screening in den Ambulanzen beziehungsweise ein Antigen-Schnelltest bei stationärer Aufnahme.

Laut den SALK bleiben die weitgehenden Besuchsverbote im Uniklinikum Campus Landeskrankenhaus Salzburg und Campus Christian-Doppler-Klinik wegen der Weitläufigkeit der Areale und der dadurch eingeschränkten Kontrollmöglichkeiten aufrecht. Notwendige Begleitpersonen für Kinder, Menschen mit Beeinträchtigungen oder gebrechliche Menschen haben wie bisher an allen Standorten Zutritt.

„3G-Regel“ in Niederösterreich

In Niederösterreich hält man bei Besuchen in Krankenhäusern ausschließlich an der „3G-Regel“ fest. „Wir halten uns an die Öffnungsverordnung“, teilte Bernhard Jany, Sprecher der Landesgesundheitsagentur, mit. Auch in den Spitälern der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft werden die Regeln für Besucher und Begleitpersonen wie in der Verordnung vorgesehen gehandhabt, hieß es am Dienstag auf APA-Anfrage. Es gelte zum einen weiterhin die 4x1-Regel (pro Patient ein Besucher pro Tag für eine Stunde), zum anderen die 3G-Regel. Patienten seien selbstverständlich ausgenommen.

In allen oberösterreichischen Spitälern gilt ab Mittwoch die Regel ebenfalls, so Jutta Oberweger, Sprecherin der Gesundheitsholding des Landes. Das heißt nur Geimpfte, Genesene oder Getestete erhalten Zutritt. Was die Testung angehe, wurde vereinbart, dass jene Patienten, die mehrmals wöchentlich zu einer Behandlung in die Klinik müssen, nur einmal die Woche ein negatives Ergebnis von einem behördlichen Test (PCR oder Antigen) vorzulegen haben.

Das gleiche Motto „getestet, genesen oder geimpft“ gilt für die Spitäler der steirischen Landeskrankenanstalten KAGes auch für geplante Ambulanzbesuche. „Natürlich jeweils mit dem entsprechenden Nachweis“, betonte KAGes-Sprecher Reinhard Marczik. Der Antigen-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 72 Stunden. Die Verpflichtung gelte ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr, aber nicht für Notfallpatienten. Weiters müssen die FFP2-Masken-Pflicht, Zwei-Meter-Abstand und Händedesinfektion eingehalten werden. Grundsätzlich gilt ein allgemeines Betretungsverbot in allen KAGes-Spitälern, soweit es die Situation an Ort und Stelle zulässt, werde jedoch pro Patient pro Tag ein Besucher für 20 Minuten erlaubt. Dabei darf sich im Patientenzimmer immer nur ein Besucher aufhalten.

Kärnten: Pro Patient ein Besuch pro Tag erlaubt

Ähnlich ist die Situation in den Häusern der Kärntner Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg. Bisher musste stets ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der Nachweis einer Impfung ab dem 22. Tag der Erstimpfung bzw. einer durchgemachten Erkrankung in den vergangenen sechs Monaten sei nun aber ausreichend, hieß es. In den Krankenhäusern bleibt die bisherige Besucherregelung außerdem bestehen: Pro Patient ist ein Besuch pro Tag erlaubt - allerdings nur nach einer Anmeldung am Vortag. Ausnahmen gibt es für unterstützungsbedürftige Patienten, minderjährige Kinder, bei lebenskritischen Ereignissen, bei Geburten sowie im Palliativbereich.

Auch in den Häusern der tirol klinken gilt ab Mittwoch für Patienten, Besucher und Begleitpersonen die „3G-Regel“. Die Spitäler betreten dürfen damit nur Geimpfte, Getestete und Genesene. Weil der Schutz von Patienten, Mitarbeitern und Besuchern aber „weiterhin oberste Priorität“ habe, bleibe das generelle Besuchsverbot an der Klinik aufrecht. Die bekannten Ausnahmen würden weiter gelten, etwa für Besuche palliativ betreuter, dementer oder minderjähriger Patienten. Bei einer Geburt sei weiterhin eine Begleitperson zugelassen. Bei Tests heißt es weiter: Professionelle Antigentest seien 48 Stunden gültig, PCR-Tests für 72 Stunden. Selbsttests seien nicht zugelassen. Ein Nachweis einer überstandenen Erkrankung befreie Personen für sechs Monate von der Testpflicht, alternativ sei auch ein Antikörper-Test zugelassen, der nicht älter als drei Monate ist.

„4x1“-Regel im östlichsten Bundesland

Im Burgenland gelten für die vier KRAGES-Spitäler (Kittsee, Oberpullendorf, Oberwart und Güssing) und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt erst ab Freitag (21. Mai) neue Zutrittsbestimmungen. Die „4x1-Regel“ besagt, dass ein Besucher pro Patient pro Tag für eine Stunde erlaubt ist. Für diese sind fixe Besuchszeiten vorgesehen, nämlich täglich von 14.00 bis 15.00 Uhr, und zusätzlich dienstags und donnerstags von 18.00 bis 19.00 Uhr. Unbedingt erforderlich ist ein negativer Covid-Test und das Tragen einer FFP2-Maske während des gesamten Aufenthalts. Ein Antigen-Test darf dabei nicht mehr als 48 Stunden und ein PCR-Test nicht mehr als 72 Stunden zurückliegen. Die Besucher im Burgenland müssen sich im Spital auch registrieren.

 

Krankenhaus Besuch Spital
Das Covid-Prognose-Konsortium rechnet demnächst mit einer deutlichen Zunahme von Covid-Patientinnen und -Patienten in den Spitälern.
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© medinlive | 07.12.2021 | Link: https://www.medinlive.at/index.php/gesundheitspolitik/oeffnungen-regeln-fuer-spitalsbesuche-oesterreich-werden-gelockert