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Frauengesundheit: Mutter-Tochter-Beziehungen immer bedeutender

Jüngere Frauen und ihre Mütter haben eine deutlich bessere Gesprächsbasis, wenn es um Frauengesundheit geht, als noch ein bis zwei Generationen davor. Das ergab eine am Donnerstag in Wien präsentierte repräsentative Umfrage von Integral im Auftrag des Pharma-Unternehmens Gynial. Vor allem zu Themen wie Schwangerschaft und Menstruation, gefolgt von Pubertät und Verhütung, sehen Töchter in ihren Müttern demnach eine gute Ansprechperson.

red/Agenturen

21 Prozent der Unter-30-Jährigen bezeichnen laut der von April bis Mai durchgeführten Befragung ihre Mutter sogar als „beste Freundin“. Ein Drittel der Frauen orientieren sich beim Umgang mit ihrer Periode, der Wahl der Hygieneartikel sowie der Regelmäßigkeit von Gynäkologen-Besuchen an ihren Müttern. Bei der Wahl der Verhütungsmethode jedoch spielen Gynäkologen (45 Prozent) und Freundinnen (23 Prozent) eine größere Rolle (Mütter: 17 Prozent).

75 Prozent der Unter-30-Jährigen erlebten ihre Mutter während der Pubertät als Unterstützung, während dies bei den Über-50-Jährigen nur zu 37 Prozent der Fall war. Laut Studienautorin Petra Starecek ist das eine Folge der besseren Aufklärung und eines gestiegenen Bildungsgrades von Mädchen und Frauen in den letzten Jahrzehnten. Denn je höher der formale Bildungsgrad, desto besser auch die Gesprächsbasis zwischen Müttern und Töchtern, ergab die Umfrage. So bezeichnen 53 Prozent der jungen Frauen ihre Mütter als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ für die Aufklärung zu Frauengesundheits-Themen wie Menstruation, Verhütung, Schwangerschaft und Sexualität - während das bei Über-50-Jährigen nur für 31 Prozent der Fall war.

Dieses Bild zeigt sich auch beim Thema Sexualität. Während für 40 Prozent der Mütter der heute Über-50-Jährigen Sex „ein absolutes Tabuthema“ war, ist es in der Gesamtheit der Befragten nur noch für 27 Prozent ein solches. Über die Qualität der Gespräche gibt es aber durchaus noch Auffassungsunterschiede. So sehen Mütter zu 74 Prozent eine gute oder sehr gute Gesprächsbasis mit ihren Töchtern zum Thema Sexualität, während die Töchter das nur zu 31 Prozent bestätigen können.

Laut Gynial-Geschäftsführerin Elisabeth Pichler zeige die Umfrage „ganz deutlich, dass zwischen Müttern und Töchtern in Österreich bereits ein guter Austausch bei Frauengesundheitsthemen stattfindet und, dass Mütter dabei eine wichtige Rolle einnehmen. Bei Tabu-Themen gibt es allerdings, je nach Generation, noch Luft nach oben.“

 
© medinlive | 02.12.2021 | Link: https://www.medinlive.at/index.php/wissenschaft/frauengesundheit-mutter-tochter-beziehungen-immer-bedeutender