Coronakrise
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Coronakrise

Für die Wiener Ärzteschaft im Einsatz

Seit zwei Wochen sind Funktionäre und Mitarbeiter der Ärztekammer für Wien beinahe rund um die Uhr, inklusive Wochenenden, im Einsatz, um für die Wiener Ärztinnen und Ärzten bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, die Versorgung der Wiener Bevölkerung auch weiterhin zu gewährleisten – und das bei maximalem Schutz der Ärzteschaft selbst.

red

28. Februar 2020: „Der Ärztefunkdienst 141 der Ärztekammer für Wien intensiviert ab sofort aufgrund der Coronakrise seine Tätigkeiten. Seit heute, Freitag, 7.00 Uhr, übernimmt der Ärztefunkdienst 141 mit einem ‚Mobile Home Sampling Team‘ die Erstdiagnose und die Erstbetreuung sowie alle weiteren nötigen Hausbesuche von Coronaverdachtsfällen in Wien – 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche“, verkündeten Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, und Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, in einer Pressekonferenz.

Die Wiener Ärztekammer hat, gemeinsam mit der Gemeinde Wien und dem Wiener Krankenanstaltenverbund, die Fehler, die in Italien passiert sind, indem der Großteil der Patientinnen und Patienten mit Covid-19-Verdacht in die Spitäler strömten und dort mit einer ungemeinen Wucht das Virus verbreiteten und damit große Spitalseinheiten lahmlegten, erkannt: Ab sofort sollten Verdachtsfälle in Wien keine Ordinationen oder Spitalsambulanzen mehr betreten, 1450 kontaktieren und zu Hause warten, bis 141 anfährt und eine Testung vornimmt.

Noch am selben Tag ergingen von der Ärztekammer Aushänge für die Ordinationen in einer Vielzahl von Sprachen, um niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zu schützen und Patientinnen und Patienten entsprechend zu informieren. Es war dies der Start für eine Vielzahl von Aktivitäten, um die Versorgung der Wiener Bevölkerung auch weiterhin bestmöglich zu gewährleisten – und das bei maximalem Schutz der Ärzteschaft selbst. Ein erster Überblick nach zwei Wochen Coronakrise:

  • Erstankauf und Verteilung von Masken schon Anfang März durch die Wiener Ärztekammer an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie umfassende politische Interventionen zum Thema Schutzausrüstung, insbesondere Masken für den niedergelassenen Bereich und die Spitäler sowie die Organisation der Verteilung an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ab 30. März 2020.
     
  • Organisation der prioritären Covid-19-Testungen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte inklusive Ordinationspersonal sowie angestellte Ärztinnen und Ärzte, die zu Hause sind, durch den Ärztefunkdienst.
     
  • Home Sampling Testung des Ärztefunkdiensts seit 28. Februar 2020, was inzwischen allgemein anerkannt der Hauptgrund war, warum die Zahl der Infizierten in Wien für eine Millionenstadt noch immer so gering ist.
     
  • Ausweitung der Testkapazitäten durch Hinzuziehung der niedergelassenen Laborgruppenpraxen.
     
  • Unterstützung der MA 15 durch den Ärztefunkdienst, indem alle Ärztinnen und Ärzte des Ärztefunkdiensts Epidemieärztinnen und -ärzte sind.
     
  • Organisation von E-Fortbildungen zu Covid-19 inklusive Informationen zu Aufbereitung und Anlegen der Schutzausrüstungen.
     
  • Schutz der KAV-Spitäler durch Triage-Straßen des Ärztefunkdiensts.
     
  • Mitorganisation des Notspitals/Lazaretts auf dem Wiener Messegelände (Start: Anfang April) durch den Ärztefunkdienst zur Entlastung der Spitäler.
     
  • Keine arbeitsrechtliche Schlechterstellung der Spitalsärzte durch die Krise und verschobene Dienste; Verhandlungen mit dem KAV und den Ordensspitälern sind im Laufen.
     
  • Forderung nach einem steuerfreien 15. Monatsgehalt für angestellte Ärztinnen und Ärzte.
     
  • Beratung der angestellten Ärztinnen und Ärzte, die in Kurzarbeit geschickt werden.
     
  • Interventionen seitens der Ärztekammer, wenn rechtswidrig in Nebenbeschäftigungen eingegriffen wird.
     
  • Sicherung der Anrechenbarkeit der Pandemie-Zeiten für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung.
     
  • Verhandlungen mit den Sozialversicherungen und dem Bund für die Entschädigung der Einkommenseinbußen aufgrund der Empfehlungen der Bundesregierung hinsichtlich der Durchführung ambulanter Untersuchungen (nur akute Untersuchungen, telefonische Anmeldung etc.) für Kassen-, Wahl- und Privatärzte.
     
  • Rasche Umsetzung von Verrechnungserleichterungen für telefonische Behandlung, Aufhebung von Limits bei Gesprächspositionen sowie Umsetzung der elektronischen Rezeptierung ohne Zusatzkosten.
     
  • Abschluss der Kurzarbeitszeitverhandlungen für Ordinationsmitarbeiter binnen einer Woche inklusive Aufbau einer eigenen Serviceline.
     
  • Gesetzesbegutachtungen und Interventionen zu den fast wöchentlichen Ad-hoc-Gesetzen.
     
  • Laufende Information für alle Ärztinnen und Ärzte durch Newsletter, Telefonhotlines, persönliche Gespräche und Mails, WhatsApp sowie Messenger Kontakte.
     
  • Beantworten von unzähligen Medienanfragen.
     
  • Medienauftritte, Pressetermine, Interviews, Facebook, Twitter, Blogs.
     
  • Erstellung einer 16-seitigen Informationsbroschüre zur Auflage in den Ordinationen „Gemeinsam gegen das Virus“.
     
  • Laufender persönlicher Kontakt, unter anderem auch in zahlreichen Krisenstäben, mit Entscheidungsträgern wie Bundeskanzler Sebastian Kurz, Gesundheitsminister Rudolf Anschober, SPÖ-Parteivorsitzende Dr. Pamela Rendi-Wagner und zahlreiche weitere Nationalratsabgeordnete, Bürgermeister Dr. Michael Ludwig, Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, zahlreiche Gemeinderäte der Stadt Wien, Wirtschaftskammerpräsident Dr. Harald Mahrer, ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian, ÖGK-Generaldirektor Mag. Bernhard Wurzer und zahlreiche weitere Sozialversicherungsvertreter, MedUni Wien-Rektor Univ. Prof. Dr. Markus Müller, die KAV-Generaldirektion und viele viele andere.
     
  • Tägliche mehrstündige kammerinterne Videokonferenzen (Präsident, Kurienobmänner und leitende Angestellte), auch an Wochenenden.
     
  • Stundungen und Mahnungsstopp im Wohlfahrtsfonds und bei der Kammerumlage.

 

Die Ärztekammer für Wien informiert seit Beginn der Corona-Krise ihre Mitglieder regelmäßig über aktuelle Informationen in den „SARS-CoV-2-News“ per Mail. Die wichtigsten Informationen daraus finden sich Themen alphabetisch zusammengefasst unter diesem Link. Auf der Website der Ärztekammer für Wien findet sich unter www.aekwien.at/coronavirus eine umfassende Informationsseite, die die wichtigsten Informationen und Verlinkungen (Bundesministerium, AGES, WHO, ECDC, Robert-Koch-Institut) sowie die chronologisch sortierten Meldungen der Ärztekammer gesammelt veröffentlicht. Unter anderem finden sich dort auch für Ordinationen Patienteninformationsplakate in 16 Sprachen zum Download und Ausdruck: www.aekwien.at/ordinationsplakate.

Verteilung der Schutzmasken
Bei der Verteilung der Schutzmasken am Donnerstag.
Alexander Tanasic
Ärztefunkdienst / Ärztekammer für Wien
Die Kammer führt täglich mehrstündige kammerinterne Videokonferenzen (Präsident, Kurienobmänner und leitende Angestellte), auch an Wochenenden.
Ärztefunkdienst / Ärztekammer für Wien
Infoborschüre
Die Ärztekammer erstellte eine 16-seitigen Informationsbroschüre zur Auflage in den Ordinationen „Gemeinsam gegen das Virus“.
Ärztekammer für Wien
Ordiplakat chin
Ordinationsplakate in 16 Sprachen: Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch, Download unter: www.aekwien.at/ordinationsplakate
Ärztekammer für Wien
Ordiplakat deutsch
Ärztekammer für Wien
ordiplakat
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