Verband: Fortschritte und Rückschläge für Trans-Menschen weltweit

Für Trans-Menschen ist es seit 2018 in neun Ländern oder Regionen möglich geworden, ihre Namen oder ihr Geschlecht in Dokumenten ohne diskriminierende Auflagen zu ändern. Das berichtete ILGA, der Dachverband der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen-, Trans- und Intersexorganisationen (LGBTI) am Mittwoch in Genf.

red/Agenturen

Dazu gehörten unter anderem Frankreich, Griechenland, Brasilien und Pakistan. Gleichzeitig habe es aber auch beträchtliche Rückschläge gegeben. So seien gut finanzierte konservative Bewegungen entstanden, die Stimmung gegen LGBT machten. Anderswo stellten rechte Politiker LGBT als unvereinbar mit der nationalen Identität dar. Der Verband legte einen Report über die Gesetze in 143 Ländern weltweit vor.

Als Trans-Menschen bezeichnen sich Personen, die sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Der Dachverband moniert, dass viele Länder vor einer Änderung der Dokumente etwa chirurgische Eingriffe oder Hormonbehandlungen fordern. Andere erlaubten Menschen mit minderjährigen Kindern keine Änderung oder verlangten fragwürdige psychologische Tests.

Es gebe nur wenige Länder, die das Verhalten von Trans-Menschen ausdrücklich kriminalisierten, etwa mit Gesetzen, die es Männern verbieten, Frauenkleider zu tragen, heißt es in dem Bericht. Allerdings wendeten viele andere Gesetze zur Diskriminierung von Trans-Menschen an. Dazu gehörten etwa solche gegen Sexarbeiter und -arbeiterinnen oder gegen die Erregung öffentlichen Ärgernisses. Der Verband wurde 1978 gegründet und hat 1.600 Mitglieder in 160 Ländern.

 
© medinlive | 05.12.2020 | Link: https://www.medinlive.at/index.php/gesundheitspolitik/verband-fortschritte-und-rueckschlaege-fuer-trans-menschen-weltweit