Corona-Impfung

EU-Gipfel hat raschere Impfungen als „Top-Priorität“

Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen bei ihrem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag mehr Tempo bei der europäischen Corona-Impfkampagne in der ganzen EU machen. Dies sei eine „Top-Priorität“, schrieb EU-Ratspräsident Charles Michel in seinem Einladungsbrief vom Dienstag. Dazu soll die Impfstoffproduktion angekurbelt und die Lieferungen von Vakzinen ausgebaut werden. Gleichzeitig wolle der Gipfel „mehr Transparenz und Vorhersehbarkeit der Versorgung“ mit Impfstoffen.

red/Agenturen

Auf den Streit unter den EU-Staaten über einen Korrekturmechanismus zu den vom Bevölkerungsschlüssel abweichenden Impfstoffmengen für die einzelnen EU-Staaten ging Michel in dem Brief nicht ein. Dem Vernehmen nach sucht Michel eine Lösung vor dem Gipfel, der am Donnerstag um 13.00 Uhr beginnt.

Deutschland hat sich gegen die von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und anderen Ländern geforderte Neuverteilung von Corona-Impfstoffen in der Europäischen Union. Auf seiner Seite hat Kurz Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vorgeschlagen, zehn Millionen zusätzliche Dosen von Biontech/Pfizer für einen Ausgleich zu nutzen.

Angespannte Atmosphäre zwischen EU und Russland

US-Präsident Joe Biden wird am Donnerstag am Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs teilnehmen, kündigte der EU-Ratschef in seinem Brief an. Er werde seine Sicht der künftigen Zusammenarbeit mit den Europäern teilen.

In Hinblick auf die Türkei verwies Michel lediglich auf den EU-Gipfel im Juni. Die Europäer wollten ihr Engagement gegenüber Ankara in einer „stufenweisen, bedingten und umkehrbaren Art und Weise“ verstärken. Michel will die Gipfelteilnehmer auch über seine jüngsten Kontakte mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin informieren. Das Verhältnis zwischen der EU und Russland befindet sich nach der Verhängung von EU-Sanktionen im Zuge der Nawalny-Affäre auf einem Tiefpunkt.

 

WEITERLESEN:
Kurz: Lösung im EU-Impfstoffstreit nahe