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Coronavirus

Höchste Zahl von Todesfällen in Italien seit dem Zweiten Weltkrieg

Wegen der Corona-Pandemie hatte Italien im vergangenen Jahr die höchste Zahl an Sterbefällen seit dem Zweiten Weltkrieg zu beklagen. Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen der Statistikbehörde Istat wurden 2020 insgesamt 746.146 Todesfälle registriert, mehr als 100.000 Todesfälle mehr als sonst im jährlichen Durchschnitt.

red/Agenturen

Zugleich ging die Zahl der Geburten in Italien im vergangenen Jahr auf 404.104 zurück, was einem Minus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Somit gab es binnen Jahresfrist gut 342.000 mehr Todesfälle als Geburten. Dies sei, wie wenn eine Stadt von der Größe von Florenz „verschwunden“ sei, erklärte die Statistikbehörde.

Italien hatte nach den Erkenntnissen der Statistiker zum Jahreswechsel eine Bevölkerung von 59.257.566 Einwohnern. Dies sei ein Rückgang um 0,6 Prozent. Die Zahl der Corona-Toten belief sich zur Jahreswende auf 74.000, stieg aber inzwischen auf mehr als 100.000.

Land plant Schritte gegen Impfgegner im Gesundheitswesen

Das Land plant zudem die Einführung einer Vorschrift, die das Gesundheitspersonal zur Corona-Impfung zwingen soll. Damit will die Regierung dem Phänomen der Impfverweigerung unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens entgegenwirken. Justizministerin Marta Cartabia arbeite an einer dementsprechenden Verordnung, kündigte Premier Mario Draghi bei einer Pressekonferenz am Freitag in Rom an.

„Die Regierung will eingreifen. Zwar gibt es keinen Impfzwang in Italien, doch es geht nicht, dass nicht geimpftes Personal im Gesundheitswesen mit Kranken in Kontakt kommt“, sagte Draghi. Gesundheitsminister Roberto Speranza meinte, die Regierung wolle zählen, wieviele Mitarbeiter im Gesundheitswesen eine Impfung verweigert. Ihre Zahl sei gering, versicherte Speranza.

Für Diskussionen sorgte am Dienstag der Beschluss einer Richterin in der norditalienischen Stadt Belluno. Sie lehnte den Rekurs von zwei Krankenpflegern und acht Mitarbeitern eines Altersheims ab. Die Leitung des Altersheims hatte die Mitarbeiter im Februar vom Dienst suspendiert und sie in Zwangsurlaub geschickt, weil sie die Corona-Impfung verweigert hatten. Die Lohnfortzahlung wurde ausgesetzt. Die Richterin lehnte den Antrag mit der Begründung ab, die Gesundheit der Bewohner des Altersheims sei wichtiger als die Impffreiheit.

 

„Zwar gibt es keinen Impfzwang in Italien, doch es geht nicht, dass nicht geimpftes Personal im Gesundheitswesen mit Kranken in Kontakt kommt.“ Italiens Premier Mario Draghi