Impfung bei Jungen

Salzburg drängt zur Eile

Das Land Salzburg will die Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren forcieren. In der Altersgruppe soll so bis zum Schul- und Studienbeginn im Herbst ein möglichst hoher Anteil an Vollimmunisierungen erzielt werden. „Das ist in Hinblick auf die verschiedenen Mutationen wichtig“, erklärte Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl am Freitag. Er appellierte an die Jugend, bald einen Termin zu vereinbaren und sagte knapp: „Zuerst impfen, dann auf Urlaub fahren."

red/Agenturen

Über-Zwölfjährige können sich zwar schon seit Monatsbeginn in den Impfstraßen des Roten Kreuz für die Immunisierung vormerken, ab kommenden Montag, 21. Juni, wird auch die Anmeldung über den Hausarzt oder die Hausärztin möglich sein. Zusätzliches „Zuckerl": Auf Wunsch können sich Eltern oder Geschwister mitimpfen lassen - so sie sich in derselben Ordination anmelden. In Salzburg steht laut Stöckl derzeit genügend Impfstoff zur Verfügung. Allein kommende Woche werden 40.785 Impfdosen erwartet, nur ein Teil davon wird für Zweitimpfungen gebraucht.

Holger Förster, Impfreferent der Ärztekammer Salzburg, betonte, dass in der letzten Welle österreichweit wöchentlich rund 15 Kinder wegen einer Corona-Infektion stationär aufgenommen werden mussten: „Zwei davon sogar auf der Intensivstation.“ Das seien mehr schwere Verläufe als FSME-Erkrankungen, wo im Vorjahr rund 40 Kinder und Jugendliche betroffen gewesen seien. „Aber bei der Zeckenimpfung fragt keine Mutter nach dem Sinn."

Gegen Mutationen wie die Delta-Variante würden Impfungen nur bei Vollimmunisierung einen guten Schutz bieten, sagte Stöckl heute. In Salzburg sind laut AGES mit Stand Dienstag bisher 19 Corona-Fälle der Variante B.1.617.2 aufgetreten, nur in Wien waren es mehr. „Wir haben diese Fälle gut unter Kontrolle. Die Infektionen sind nachvollziehbar, alle Betroffenen sind auch in Quarantäne“, erklärte Stöckl.

Laut Landesstatistik haben sich mit Stand Freitag bisher knapp über 1.100 der Zwölf- bis 15-Jährigen für eine Impfung angemeldet oder wurden bereits geimpft. Das sind sieben Prozent der Altersgruppe. Bei den 16- bis 20-Jährigen waren es 8.800 Personen - bereits mehr als 30 Prozent der Altersgruppe. Insgesamt dürften in Salzburg bald alle jene Menschen zumindest einmal geimpft worden sein, die sich bis zum Stichtag am 26. Mai registrieren haben lassen. Laut Stöckl seien derzeit lediglich 10.000 Personen in den Ordinationen und 4.000 in den Impfstraßen offen.