Zuschlag für PCR-Tests in Tirol für drei Anbieter

Nachdem das Land Tirol vergangene Woche eine Vorauswahl von vier Bietern bzw. Bietergemeinschaften für die Durchführung von PCR-Tests bis Ende September bekannt gegeben hatte, ist nun die Entscheidung gefallen. Drei der vier Rahmenvereinbarungspartner - die Lifebrain COVID Labor GmbH, die Bietergemeinschaft Tiroler Fachlabore und das Innsbrucker Institut für Virologie - kamen Medienberichten zufolge zum Zug. Die Auswahl wurde auf Basis des Billigstbieterprinzips getroffen.

red/Agenturen

Lediglich die Sinsoma GmbH bekam kein Los für die Auswertung künftiger PCR-Tests. Bis Ende September wertet die PCR-Testungen in der Region West (Oberland) und der Region Ost (Unterland) die Lifebrain COVID Labor GmbH aus. Gegen das Testlabor mit Sitz in Wien, das auch die Wiener „Alles gurgelt"-Tests auswertet, läuft laut ORF Tirol seit erstem Juli ein Prozess. Die Wiener Ärztekammer hatte eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht.

Im Großraum Innsbruck (Region Mitte) wertet künftig die Bietergemeinschaft Tiroler Fachlabore bestehend aus Tyrolpath, Labor Dr. Möst sowie Labor Dr. Walder PCR-Tests aus. In Osttirol (Region Süd) ist das Institut für Virologie der Medizinischen Universität Innsbruck zuständig. Die Auswahl nach dem Billigstbieterprinzip hat offensichtlich zu einer regionalen Verschiebung geführt. Dass das Osttiroler Labor Walder in der Inntalfurche testet, die Virologie der Med-Uni Innsbruck dafür in Lienz missfiel dem Osttiroler Infektiologen und Virologen Gernot Walder im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung (Mittwochsausgabe): „Das kann es doch nicht sein". Er befürchte negative Auswirkungen auf vielen Ebenen: „Bei der Ausschreibung entschied nur der Preis. Was rausgekommen ist, passt überhaupt nicht zusammen“, so Walder gegenüber der TT.

Nach dem Wirbel rund um die Durchführung von PCR-Tests in Tirol durch die HG Lab Truck, die Tochterfirma der HG Pharma, hatte das Land nach einer europaweiten Ausschreibung mit vier Anbietern eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen. Die PCR-Testauswertungen wurden auf jeweils nach Regionen festgelegte Lose aufgeteilt - die Angebote mussten bis vergangenen Freitag eingebracht werden. Ob sie sich für ein oder mehrere Lose bewerben stand den Bietern frei. Das Auftragsvolumen soll sich laut Land Tirol auf 38,88 Millionen Euro belaufen. Die tatsächlichen Zahlungen würden sich aber schlussendlich am tatsächlichen Bedarf an PCR-Tests orientieren.