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Coronavirus

Salzburger Festspiele: Vier Covid-19-Fälle bei Jugend-Operncamp

Die Salzburger Festspiele haben am Donnerstag über vier Coronafälle bei einem Operncamp für Jugendliche informiert. Die Gesundheitsbehörde stufte 20 Jugendliche als Kontaktpersonen der Kategorie 1 ein. Die öffentliche Abschlussaufführung des Camps am 14. August wurde abgesagt. Es gab auch eine positive Nachricht: Im Fall des nach der „Jedermann“-Premiere positiv getesteten Besuchers mit 44 Kontaktpersonen wurde nach Ablauf der Inkubationszeit keine Folgeinfektion gemeldet.

red/Agenturen

Bei den regelmäßig stattfindenden Routinetestungen im Rahmen des Operncamps wurde ein positiver Indexfall unter den 39 teilnehmenden Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren aus zwölf Ländern festgestellt. Als Sofortreaktion sei gemäß des Präventionskonzeptes die regelmäßige Testung der Gruppe von im Normalfall alle zwei Tage stattfindenden Antigen-Tests auf tägliche PCR-Tests umgestellt worden, hieß es seitens der Festspiele. Bei diesen Folgetestungen seien drei weitere Infektionen festgestellt worden.

Die Operncamps sind ein künstlerisches Nachwuchsprojekt, bei dem bis zu 40 Jugendliche eine Woche lang im Schloss Arenberg in der Stadt Salzburg zusammenkommen, um Workshops und Proben zu ausgewählten Produktionen der Salzburger Festspiele zu halten. Abschluss des Camps ist eine öffentliche Aufführung ihrer erarbeiteten Interpretation. Die „Jedermann- und Cosí-Camps“ konnten laut den Festspielen planmäßig und ohne Coronafall durchgeführt werden.

Mehr Covid-Patienten in den Spitälern des Landes

Allgemein ist im Bundesland Salzburg am Donnerstag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Landesstatistik auf 71,5 gestiegen. Das Land lag im Bundesländerranking erneut an der Spitze. Österreichweit betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 50,7. Die Zahl der Covid-19-Patienten in Salzburgs Spitäler stieg auf 13, drei davon befanden sich auf der Intensivstation. Insgesamt waren 555 Personen im Land aktiv infiziert. Ein Cluster in St. Martin am Tennengebirge wurde laut Gesundheitsbehörde gut eingegrenzt.

Seit einer Woche ist ein Aufwärtstrend bei den Neuinfektionen in Salzburg zu beobachten, betroffen ist vor allem die jüngere Bevölkerung. Der Leiter der Landesstatistik, Gernot Filipp, rechnet mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. „In 72 der 119 Gemeinden gibt es zumindest einen aktiven Fall, das bedeutet eine hohe regionale Streuung und daher die Möglichkeit neuer Cluster.“ In 25 Gemeinden betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag mehr als 100.

In St. Martin im Tennengebirge im Pongau hat sich ein „Freizeit“-Cluster mit bisher 13 Infizierten nach einer Feier des örtlichen Tennisklubs Ende Juli gebildet. An dem nicht öffentlichen Fest nahmen insgesamt 32 Personen teil. Der Ort weist derzeit insgesamt 21 Infizierte auf.

„Je höher die Impfrate, umso niedriger die Inzidenz“

Durch den Anstieg an Corona-Infizierten im Bundesland sei das Contact Tracing wieder voll gefordert, um die Infektionsketten zu unterbrechen, sagte Landesstatistiker. Der Unterschied zu früheren Corona-Wellen sei, dass mittlerweile 59,5 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre vollständig geimpft sind, 63,9 Prozent sind teilimmunisiert. „Wir sehen, dass die Impfrate nach Alter und die Sieben-Tage-Inzidenz eindeutig zusammenhängen. Je höher die Impfrate, umso niedriger die Inzidenz. Bei Personen von zehn bis 34 Jahren liegt die Inzidenz bei ungefähr 150, bei den 35- bis 49-Jährigen bei rund 80, bei den 50- bis 65-Jährigen bei rund 30 und bei den über 65-Jährigen nur mehr bei rund 15“, erläuterte Filipp in einer Aussendung des Landesmedienzentrum.

Derzeit sind aufgrund der Corona-Infektionen mehr als 1.100 Kontaktpersonen entweder in Quarantäne oder verkehrsbeschränkt. Die Patienten in den Spitälern sind durchschnittlich 60,3 Jahre alt. „Vor einer Woche am 5. August waren es noch vier Patienten, davon einer auf der Intensivstation, vor zwei Wochen am 29. Juli noch zwei Patienten auf der Normalstation“, so der Landesstatistiker. Allerdings wurde im Bundesland Salzburg seit mehr als drei Wochen kein Corona-Todesfall verzeichnet. Bisher gab es 588 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19.

Verschärfte Corona-Maßnahmen aufgrund der steigenden Infektionszahlen seien derzeit in Salzburg nicht angedacht, sagte eine Sprecherin des Landes auf APA-Anfrage. Zwar sind laut Filipp die aktuellen Sieben-Tage-Inzidenzen mit jenen von Anfang Oktober 2020 vergleichbar. Doch er prognostiziert keinen enormen Anstieg. „Damals ging es dann so richtig los. Die Infektionswelle hat uns im Oktober und November massiv getroffen, es gab alleine von Oktober bis Februar 449 Todesfälle.“ Der Unterschied zur derzeitigen Lage sei, „wir befinden uns in der warmen Jahreszeit und viele sind bereits geimpft. Daher rechne ich mit einem konstanten, aber nicht extremen Anstieg der Fallzahlen“.

Landessanitätsdirektorin vermutet neue Welle

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz beobachtet die Infektionslage in Salzburg aber genau. „Es wird vermutlich eine neue Welle geben, und es spricht vieles dafür, dass wir am Anfang dieser stehen. Wie intensiv sie wird, das hängt von jedem von uns ab.“

Die Impfung sei wirksam, sie schütze bestmöglich vor einem schweren Verlauf und senke die Wahrscheinlichkeit, dass man das Virus überträgt. „Natürlich gibt es auch Impfdurchbrüche, also trotz Vollimmunisierung infizierte Personen, aber das kennen wir von jeder Impfung. Ich finde es keineswegs legitim, aufgrund dieser Fälle der Corona-Impfung komplett die Wirksamkeit abzusprechen“, sagte Juhasz.

Land Salzburg zahlte 51,2 Mio. Euro an Entschädigungen aus

Das Land Salzburg hat bisher 51,2 Mio. Euro an Covid-Entschädigungen ausbezahlt. Das teilte die Landeskorrespondenz am Donnerstag in einer Aussendung mit. Bisher seien 61 Prozent aller Anträge bearbeitet worden. Mit Stand 9. August waren insgesamt 38.269 Anträge beim Land eingegangen, davon wurden 23.332 Anträge erledigt. Die 51,2 Mio. Euro werden dem Land vom Bund refundiert.

Die meisten Anträge haben Unselbstständige eingebracht, zur Vergütung geleisteter Entgeltzahlungen. 60 Prozent dieser 33.415 Anträge seien abgearbeitet worden, hieß es. Von Beherbergungsbetrieben kamen 2.273 Anträge, davon sind 64 Prozent erledigt worden. Von den Selbstständigen ohne Beherbergungsbetriebe gingen 1.634 Anträge ein, davon wurden 54 Prozent bearbeitet.

Die ausbezahlte Summe hat sich in zwei Monaten von 25,6 Mio. Euro auf derzeit 51,2 Mio. Euro verdoppelt. Noch Anfang Juni sei rund ein Drittel der Anträge auf Corona-Entschädigungen bearbeitet worden. „61 Prozent erledigte Aufträge ist ein erfreulicher Zwischenstand, vor allem vor dem Hintergrund, dass laufend welche dazukommen. Alleine in den vergangenen zwei Monaten waren es rund 4.000“, erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).