IHS: Innovationen auch für Pandemie-Bekämpfung wichtig

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat am Mittwoch auf die hohe Bedeutung von Innovationen im Gesundheitsbereich hingewiesen. Diese spielen auch bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine entscheidende Rolle, etwa bei der Impfstoff-Entwicklung, sagte IHS-Gesundheitsökonom Thomas Czypionka bei der Präsentation der Studie „Wert von Innovation im Gesundheitswesen“. Auch betonte der Experte, dass Innovationen sowohl ausgabensteigernde als auch ausgabensenkende Wirkung haben.

red/Agenturen

Wichtig sei es dem IHS gewesen, aufzuzeigen, dass Innovation viel mehr Aspekte habe, als nur den klinischen Nutzen und den Kostenfaktor. Vielmehr hätten Weiterentwicklungen insbesondere auch Auswirkungen auf die soziale Teilnahme der Betroffenen, aber etwa auch auf die informell Pflegenden. Als Beispiel brachte Czypionka chronisch Kranke: Für diese sei es nicht nur wichtig, dass ihre Krankheit besser behandelt wird, sondern auch der Umgang mit derselben.

Durch neue Formen des Behandlung wie etwa durch den Einsatz von Telemedizin werde der Zugang für die Betroffenen niederschwelliger - und auch Verschlechterungen im Krankheitsverlauf würden früher erkannt. Diese Methode bringe aber auch Verbesserungen abseits der direkten krankheitsbezogenen Problematik: So seien durch diese (per Telefon oder Videotelefonie abgehandelten) Behandlungswege weniger stationäre Aufenthalte notwendig bzw. sparen sich die Betroffenen lange Wartezeiten, was die nicht-krankheitsbezogene Lebensqualität erhöhe. Auch bringe eine Reduktion von stationären Aufenthalten weniger Krankenstandstage, was wiederum in höhere Produktivität mündet.

Auf der anderen Seite sind auf diese Weise mehr Personen besser medizinisch versorgbar. Die Kosten würden zwar durch die Investition in die Technologien steigen, da man aber rechtzeitig eine Verschlechterung verhindern könne, sinken sie auf der anderen Seite wieder.

Zur Corona-Impfung hieß es, diese sei ein „Triumph“ der Innovationskraft in der Medizin und habe „enorme Auswirkungen“ auf den Verlauf der Pandemie. Einzelne Personen würden spürbar profitieren und zugleich entstehe großer Nutzen für die gesamte Gesellschaft. Die Corona-Pandemie habe aber nicht nur aufgezeigt, wie wichtig Innovationskraft für die Entwicklung der Impfung war, sondern man habe dadurch auch gesehen, dass man „Dinge anders machen“ kann, sagte Czypionka zur APA. Während etwa im Wirtschaftsleben klar wurde, dass viele Meetings auch online durchführbar sind, habe es sich im Gesundheitswesen gezeigt, dass Innovationen wie der E-Impfpass oder das E-Rezept Vorteile bringen.

Das IHS verwies auch auf die Bedeutung von Innovation für den Wirtschaftsstandort. Impulse könnten etwa durch die Stärkung von Standortfaktoren für die Forschung gesetzt werden; ebenso könne das Gesundheitswesen und medizinische Innovationstätigkeiten Antriebsfaktoren darstellen - etwa um neue Unternehmen in diesem Bereich anzusiedeln.

Das IHS wies auch darauf hin, dass Innovationen im Gesundheitsbereich sowohl ausgabensteigernde wie auch ausgabensenkende Wirkung haben. Mit Innovation würden die Einsatzgebiete der Medizin steigen, dies bringe Verbesserungen in der Therapie und auch Therapien für bisher nicht behandelbare Probleme. Auch steige die Lebenserwartung, was wiederum im Alter zusätzliche Behandlungen nötig mache. Auf der anderen Seite bringe Innovation Kostenersparnis, etwa durch eine effizientere Ressourcennutzung, durch Heilung oder einen besseren Gesundheitszustand der Betroffenen.

Bei der qualitativen Literaturstudie des IHS wurden auch zahlreichen Experten und ein eigener Beirat eingesetzt. Mit der breiten Einladung von Stakeholdern aus Wissenschaft und Öffentlichkeit habe man versucht, auch Aspekte zu beleuchten die bisher in der Literatur nicht berücksichtigt worden sind, so Czypionka.

 

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