Corona-Pandemie

Pilotprojekt für Lollipop-Tests in zehn Grazer Kindergärten

Nach einer zunächst ablehnenden Haltung hat sich das Land Steiermark nun doch für Lollipop-Tests in Kindergärten entschieden: Ab 20. September werden die Lutschtests in zehn Grazer Kindergärten rund 800 Kindern in 33 Gruppen angeboten. Drei Wochen lang sollen die Kleinen zwei Mal pro Woche direkt im Kindergarten unter Aufsicht des Personals die Tests machen - auf freiwilliger Basis. Eltern müssen einverstanden sein, betonte Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) am Mittwoch.

red/Agenturen

Landesrätin Juliane-Bogner Strauß (ÖVP) erklärte, dass die ersten Erfahrungswerte im Frühjahr aus Niederösterreich zunächst nicht gut genug waren, doch „wir wollen keine Einrichtungen mehr schließen“. Daher habe man sich doch für das Pilotprojekt entschieden. Werden bestimmte Kriterien erfüllt, sollen die Tests auf alle Kindergärten der Steiermark ausgerollt werden. Das werde aber frühestens im November sein. Start für den Probelauf ist Mitte September in zwei städtischen und acht privaten Kindergärten in der Landeshauptstadt.

Evaluiert wird zunächst, wie viele Eltern damit einverstanden sind, und ihre Kinder testen lassen wollen. „Wir erwarten uns 60 bis 70 Prozent Beteiligung“, so Bogner-Strauß. Außerdem sollen die möglichen positiven Lollipop-Tests auch valide sein und beim anschließenden PCR-Test bestätigt werden. Sei die Fehlerquote zu hoch, wolle man die Lutschtests nicht weiter vorantreiben.

Weiters wird ab 6. September eine neue Verordnung des Landes für alle steirischen Krippen und Kindergärten umgesetzt. Diese werde Verschärfungen mit sich bringen: Es wird eine 3G-Regel für das Personal und auch das externe Personal gelten, wodurch ab Herbst auch wieder Praktikantinnen und Praktikanten sowie Sonderpädagogen mit in die Kindergärten können. Betretungsverbote für Externe, wie es sie bisher in der Pandemie gab, soll es keine mehr geben, sagte Bogner-Strauß, „außer die Zahlen steigen wieder drastisch an“.

Das ungeimpfte oder nicht genesene Personal muss sich statt bisher nur einmal pro Woche nun mehrmals pro Woche extern testen lassen. Die Gültigkeitsdauer des Ergebnisses richtet sich nach den Regeln des Bundes, wobei sich Bogner-Strauß eine kürzere Gültigkeit der Tests wie etwa in Wien wünschen würde. Jedenfalls müsse es da aber eine bundeseinheitliche Regelung geben. Ungeimpfte Betreuerinnen und Betreuer müssen laut der neuen Verordnung des Landes zumindest einmal pro Woche einen PCR-Test durchführen lassen. Wer keinen 3G-Nachweis erbringen will oder kann, muss verpflichtend während des gesamten Aufenthalts im Kindergarten - also auch im Kontakt mit den Kindern - einen Mundschutz tragen. Eltern müssen beim Betreten des Kindergartens ungeachtet ihres Impfstatus eine Maske tragen, damit das Personal das nicht kontrollieren muss.

Neben der neuen Verordnung und dem Pilotprojekt werden zusätzlich rund 11.000 Lollipop-Testkits ab 3. September per Post seitens der Stadt Graz an Eltern verschickt. Ziel sei es laut Hohensinner, dass alle Kinder noch vor dem ersten Betreuungstag in der Krippe oder im Kindergarten zu Hause einen Test machen. Der Stadtrat hofft auf rege Beteiligung.

In der Steiermark werden laut der Landesrätin rund 40.000 Mädchen und Buben in Krippen oder Kindergärten betreut. Es werden rund 1.100 Einrichtungen mit zusammen um die 7.500 Pädagoginnen und Pädagogen gezählt.