Corona-Impfung

Nur noch sieben Prozent Impfinteressierte in Oberösterreich

In Oberösterreich gibt es nur noch sieben Prozent Impfinteressierte - bei zuletzt 55,2 Prozent (inkl. Genesenen) Anteil der Vollimmunisierten an der Gesamtbevölkerung. Nachholbedarf gebe es vor allem bei den Jungen und Frauen im gebärfähigen Alter. Das berichteten am Dienstag mehrere Medien unter Berufung auf durchgesickerte Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag des Landes.

red/Agenturen

Geimpfte plus alle Impfinteressierten würden zusammengerechnet etwas über 60 Prozent ergeben. Aufgrund des offensichtlich insgesamt geringen Interesses dürfte somit die angestrebte Immunisierungsquote von jenseits 80 Prozent nicht zu erreichen sein. Diese wäre aber laut dem Vorstand der Lungenheilkunde am Kepler Uniklinikum, Bernd Lamprecht, notwendig, damit es keine dramatischen Infektionswellen mehr gibt, die das Gesundheitssystem destabilisieren. Als Alternative könnten wieder andere Begleitmaßnahmen wie Maske, Abstand und Personenbegrenzungen notwendig sein.

Bei der Umfrage wollten die Meinungsforscher im Auftrag des Landes wissen, weshalb sich Menschen ab 16 Jahren für oder gegen eine Impfung entscheiden. In Oberösterreich gibt es aktuell rund 430.000 Personen ab 16, die noch nicht geimpft sind. Rund sieben Prozent der Befragten waren noch nicht geimpft, zeigten aber Interesse. Das sind hochgerechnet etwa 90.000 Personen. Bei den Impfskeptikern in der Gruppe der unter 50-Jährigen befinden sich mehr Frauen als Männer. Dem Vernehmen nach fürchten viele Frauen im gebärfähigen Alter Fruchtbarkeitsprobleme wegen der Impfung. Dafür gebe es aber keine Hinweise, wird Lamprecht mit Verweis auf die Entwicklung der aktuellen Impfstoffe und jahrzehntelange Forschung zitiert.

Aus der Impfstudie geht auch hervor, dass für jene, die keine Impfung wollen, Belohnungen wie Geld oder Gutscheine kein Anreiz wären. Das Land will die Ergebnisse der Umfrage und mögliche Kampagnen - vor allem vertrauensbildende für Frauen - im Laufe der Woche vorstellen, deswegen habe es auch keine Stellungnahme gegeben, hieß es in den Medienberichten.