Steiermark bald mit zwei „freien Impftagen“ pro Woche

Das Land Steiermark plant nach den erfolgreichen „freien Impftagen" ohne Termin nun weitere Tage, an denen sich Personen spontan für eine Immunisierung an ausgewählte Impfstraßen wenden können. Zum Dienstag soll ab Kalenderwoche 37 auch der Freitag kommen. Das Angebot wird unter anderem durch zwei Impfbusse ergänzt, die noch im September vor allem zuerst in Gemeinden mit niedriger Quote Station machen sollen, hieß es am Freitag seitens der Impf-Verantwortlichen des Landes.

red/Agenturen

„Wir nähern uns mit großen Schritten den 1,5 Millionen Stichen“, sagte Impfkoordinator Michael Koren bei der Videokonferenz. Die freien Impfdienstage hätten erfreuliche Zahlen gebracht, deshalb will man dieses Angebot zumindest im September auf zwei Tage pro Woche ausweiten. Ab Oktober werden dann schon die Auffrischungsimpfungen in den Impfstraßen durchgeführt, weshalb noch unklar ist, wie die Kapazitäten dann ausschauen werden. Doch auch bei vielen Hausärzten erhält man bei Nachfrage rasch eine Immunisierung.

Ein paar räumliche Veränderungen kommen auf die Organisatoren zu: Die größte steirische Test- und Impfstraße bei der Grazer Messe wechselt ab 7. September von der Halle A in eine andere Halle des Messegeländes. Der Zugang wird ab Dienstag über den Eingang mit dem Bogentor am Jakominigürtel 20 sein, nur wenige Meter vom bisherigen Eingang entfernt. Auch andere Impfstraßen könnten noch verlegt werden, vor allem wenn sie bisher in Sporthallen angesiedelt waren, die nun bald wieder für Schulsport benötigt werden.

Die Auslieferung der Vakzine für den dritten Stich läuft indessen an: Die ersten Dosen werden Montag und Dienstag an die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) ausgeliefert, schilderte Koren. Zuerst werden Risikopatientinnen und Patienten sowie Bewohner und Personal in Pflegeheimen geimpft. Ab 27. September werden über 85-Jährige an Impfstraßen zur Auffrischung gebeten, eine Woche darauf dann auch bei den niedergelassenen Ärzten. Für den dritten Stich wird es Einladungen und Termine seitens des Landes geben. Man halte sich an die Vorgaben des Nationalen Impfgremiums und werde die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der Vollimmunisierung verabreichen. Um Geduld wurde daher ersucht.

Wolfgang Wlattnig, stellvertretender Landesamtsdirektor, nannte einmal mehr Maßnahmen, um die Impfquote zu erhöhen: Er sprach sich für eine 2G-Regel unter anderem für Nachtgastronomie, Events und Sportveranstaltungen sowie für ein Ende der Gratis-Tests aus.

NEOS Steiermark forderten am Freitag in einer Aussendung eine „Impftombola" nach Vorbild Burgenland. Koren meinte aber, dass so etwas in der Steiermark nicht angedacht ist: „Für einen Schutz ist nicht unbedingt auch noch ein Goodie nötig. Außerdem gibt es genug niederschwellige Angebote."

Die Medizinische Universität Graz meldete indessen eine „sensationelle Impfbeteiligung": 90 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien bisher zumindest einmal immunisiert worden, 96 Prozent von ihnen sogar schon vollständig. „Wir können gemeinsam sehr stolz auf diese bislang erreichte sehr hohe Durchimpfungsrate sein“, freute sich Rektor Hellmut Samonigg. Die Med-Uni Graz plant für jene Mitarbeiter, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben, eine Informationsveranstaltung, um offene Fragen zu beantworten und Zweifel und Ängste auszuräumen.