Schulbeginn mit „Sicherheitsphase“ und mehr als 100 Positiv-Tests

Mit einer dreiwöchigen „Sicherheitsphase“ hat am Montag in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland für rund 490.000 Kinder und Jugendliche das neue Schuljahr begonnen. In dieser Zeit muss verpflichtend dreimal pro Woche ein Covid-Test absolviert und außerhalb der Klasse eine Maske getragen werden. Am ersten Schultag wurden laut vorläufigen Zahlen in den drei Bundesländern mehr als 100 positive Selbsttests registriert.

red/Agenturen

In Wien schlugen laut Zahlen der Bildungsdirektionen dabei 80 „Nasenbohrer"-Tests an, in Niederösterreich 35 und im Burgenland acht. Das entspricht in etwa hochgerechnet der Zahl der positiven Schul-Tests von Ende Mai. Diese gelten vorerst als Verdachtsfälle und müssen erst durch PCR-Tests bestätigt werden. Der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) hätte zum Auftakt der Testungen mit mehr Fällen gerechnet, meinte er am Montagnachmittag vor Journalisten. Allerdings gehe er davon aus, dass diese Zahlen in den nächsten Wochen deutlich steigen werden.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zeigte sich bei einem Schulbesuch in Wien optimistisch, dass im Herbst durchgehend Präsenzunterricht stattfinden kann. Neben Optimismus brauche es dafür auch Geduld, wenn die Infektionszahlen in die Höhe gehen, so der Minister.

Alle Schüler müssen in den ersten drei Wochen für den Schulbesuch drei Corona-Tests pro Woche durchführen, einer davon muss ein PCR-Test sein. Getestet werden kann an der Schule, alternativ können Zertifikate anderer befugter Teststellen gebracht werden. Lehrer müssen ebenfalls dreimal pro Woche testen, einen Unterschied gibt es aber nach Impfstatus: Bei geimpften Pädagogen reichen drei Antigentests, ungeimpfte brauchen neben zwei Antigentests einmal wöchentlich einen (externen) PCR-Test.

Nach den drei Wochen hängen die Schulregeln dann von der risikoadjustierten 7-Tage-Inzidenz (einbezogen werden neben den Infektionszahlen auch die Zahl der Tests, die Aufklärungsrate, die Symptomatik und Dynamik des Infektionsgeschehens) ab. Unterteilt wird dann in geringes (bis 100), mittleres (101-199) und hohes Risiko (ab 200).

Die rund 650.000 Schüler in den anderen Bundesländern haben noch eine Woche Ferien, für sie gelten ab dem kommenden Montag die gleichen Regeln. Abseits von Corona bringt das neue Schuljahr unter anderem die Auslieferung digitaler Endgeräte an fast alle Schüler der ersten und zweiten Klasse AHS, Mittelschule und Sonderschule sowie die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts für alle Schüler der fünften Klassen der AHS bzw. ersten Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), die keinen Religionsunterricht besuchen.

Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek forderte in einer Aussendung für Geimpfte Vorteile beim Testen, solange sich die Wahrscheinlichkeit von Schulschließungen nicht erhöht. Außerdem müsse die Maturaregelung mit einer 50-prozentigen Einrechnung der Jahresnote in die Maturanote auch heuer beibehalten werden.

Die Sozialpartner sowie die Industriellenvereinigung verlangten anlässlich des Schulstarts in einer Aussendung erneut einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag. Dieser müsse bis 2025 umgesetzt werden. ́

Schüler Grundschüler
Abseits von Corona bringt das neue Schuljahr unter anderem die Auslieferung digitaler Endgeräte an fast alle Schüler der ersten und zweiten Klasse AHS, Mittelschule und Sonderschule sowie die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts.
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