Welt-Lebensmittelsicherheitstag

Eurobarometer-Umfrage: Was zählt beim Einkauf?

Anlässlich des ersten Welt-Lebensmittelsicherheitstages am 7. Juni wurde eine Eurobarometer-Umfrage. Für 22 Prozent der EU-Bürger ist die Lebensmittelsicherheit die größte Besorgnis beim Kauf bzw. bei der Auswahl von Produkten. Die Österreicher liegen im EU-Vergleich eher im unteren Mittelfeld.

red/Agenturen

In der EU-28 wurden zwischen 9. und 26. April insgesamt 27.655 Menschen zur Lebensmittelsicherheit befragt. Es handelte sich um ein repräsentatives Sample. Mit einer Nennung von 53 Prozent war der Ursprung eines Lebensmittels das Hauptargument beim Kauf. Dann folgten die Sicherheit (51 Prozent) und der Geschmack (49 Prozent.). 41 Prozent erklärten, sie seien an Themen zur Lebensmittelsicherheit interessiert. 66 Prozent gaben an, sie hätten schon einmal ihr Konsumverhalten wegen Meldungen über Risiken geändert. 22 Prozent sagten, die Sicherheit sei rund um Lebensmittel ihre größte Besorgnis.

Für die Leiterin des Fachbereiches Risikokommunikation der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Ingrid Kiefer, klaffen die Bedenken der österreichischen Konsumenten und die von Experten nach ihrem Fachwissen georteten Lebensmittel-bedingten Risiken deutlich auseinander. „An erster Stelle setzen die Experten die pathogenen Keime wie Salmonellen, Campylobacter etc. An zweiter Stelle stehen Fehl- und Überernährung. An dritter Stelle kommen die Mykotoxine, als Schimmelpilzprobleme.“ Im Vergleich dazu hätten Konsumenten eher Bedenken wegen Insektizid-, Pestizid- oder Antibiotikarückständen oder anderen Verunreinigungen.

„Dabei sind in etwa fünf Prozent aller Rückrufe von Lebensmitteln durch Aflotoxine, also Schimmelpilzbelastung, bedingt. Diese Toxine gehören zu den stärksten natürlichen Giften. Sie verursachen Erbgutschäden, Krebs, können die Nieren oder die Leber schwer schädigen. 'Angeschimmelte' Lebensmittel sollten immer im Abfall landen“, sagte die Expertin.

Was für die Lebensmittelsicherheit in Europa mit der EFSA in Parma als zuständige Behörde entscheidend ist, wie Ingrid Kiefer erklärte: „Derjenige, der ein Lebensmittel in den Verkehr bringt, ist für die Sicherheit zuständig. Doch mit dem Kauf ist es dann jeder einzelne Konsument, der für die entsprechende Lagerung und Verarbeitung bis hin zur Küchenhygiene zu Hause in seinem eigenen Interesse zuständig ist.“

Das Interesse an solchen Themen variiert in der EU von Land zu Land. In Zypern sind 65 Prozent der Menschen an Lebensmittelsicherheit interessiert. Frankreich und Luxemburg sind weit oben (60 Prozent), darüber nach Zypern nur noch Finnland (64 Prozent). In Deutschland trifft das auf 50 Prozent der Menschen zu. Der EU-Durchschnittswert liegt bei 41 Prozent. Österreich liegt mit 37 Prozent eher im unteren Mittelfeld. Italien ist der Ausreißer nach unten (17 Prozent). Davor rangieren Tschechien mit 27 und Ungarn mit 26 Prozent.