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Tödlicher Herzinfarkt vor Spital

Ermittlungen eingestellt

Nach einem tödlichen Herzinfarkt vor einem Wiener Spital wurden die Ermittlungen gegen den Portier wegen fahrlässiger Tötung eingestellt. Ihm wurde vorgeworfen, nicht rasch genug Hilfe geholt zu haben. Nach einem       intensivmedizinischen Gutachten war diese minimale Verzögerung nicht ausschlaggebend für den Tod.

red/Agenturen

Nach dem Tod eines 63-jährigen Mannes, der am 2. November 2018 in der Nähe des Spitals Göttlicher Heiland in Wien-Hernals mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen war, ohne dass der Portier ihm unmittelbar geholfen hätte, hat die Staatsanwaltschaft Wien ihre Ermittlungen eingestellt, wie Behördensprecherin Nina Bussek entsprechende Medienberichte bestätigte.

Gegen den Portier war wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt worden. Eine Passantin hatte den Mann auf den medizinischen Notfall aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten. Dieser verwies sie an den Notruf 144. Der Patient wurde schließlich doch von Medizinern des Spitals versorgt –  allerdings erst einige Minuten später. Die ärztliche Hilfe kam zu spät.

„Es konnte nicht festgestellt werden, dass die eingetretene Verzögerung kausal für den Todeseintritt war“, erläuterte Bussek. Auf Wunsch des beigezogenen Gerichtsmediziners, der zunächst zu diesem Ergebnis gekommen war, war von der Staatsanwaltschaft auch noch ein intensivmedizinisches Gutachten eingeholt worden. Dieses habe ebenfalls ergeben, dass das Verhalten des Portiers nur eine „minimale Verzögerung“ bewirkt hatte, die nicht ausschlaggebend für den Todeseintritt war, so Bussek sinngemäß.

Das betroffene Spital gab am Freitag bekannt, dass mit der MA 40 eigene Richtlinien für ähnlich gelagerte Notfälle in Spitalsnähe vereinbart und im Dezember 2018 umgesetzt werden. Unabhängig von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien hat sich das Krankenhaus auch mit den Angehörigen des Verstorbenen in Verbindung gesetzt. „Es war uns wichtig, den Betroffenen rasch und unkompliziert zu helfen. So haben wir Anfang des Jahres mit der Familie eine gemeinsame Lösung gefunden“, wurde mitgeteilt.