Österreicher haben wenig Interesse an Wissenschaft

Trotz des geringen Interesses haben sie aber hohes Vertrauen in sie. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten „Wellcome Global Monitor" hervor, in dem mehr als 140.000 Menschen in über 140 Ländern (in Österreich 1.000 Befragte) zu ihrer Einstellung über Wissenschaft und Gesundheit befragt wurden. Hohes Vertrauen besteht in Ärzte und Krankenschwestern (65 Prozent sehr, 28 Prozent teilweise).

red/Agenturen

In Österreich sagen 46 Prozent, nicht viel oder gar nichts über Wissenschaft zu wissen. Mehr als jeder Vierte gibt in der Studie auch an, in der Volksschule (28 Prozent) bzw. in einer weiterführenden Schule (26 Prozent) nichts über Wissenschaft gelernt zu haben. Jeder zweite ist mit diesem Nicht-Wissen aber offensichtlich zufrieden: 47 Prozent der Österreicher gaben an, gar nicht mehr über Wissenschaft wissen zu wollen. Selbst Informationen über Medizin, Krankheiten oder Gesundheit sind da nicht viel interessanter: 43 Prozent der Befragten wollen auch über diesen Bereich nicht mehr wissen.

Das Vertrauen in Wissenschafter ist relativ hoch: 45 Prozent der Österreicher vertrauen ihnen sehr, 39 Prozent teilweise. Höher ist nur das Vertrauen in Ärzte und Krankenschwestern (65 Prozent sehr, 28 Prozent teilweise). Allerdings vertrauen viele Österreicher auch „traditionellen Heilern", immerhin 22 Prozent sehr und 31 Prozent teilweise.

43 Prozent erwarten mehr Jobs durch Wissenschaft

49 Prozent der Österreicher vertrauen wiederum der Wissenschaft allgemein sehr, 40 Prozent teilweise. Das Gros ist auch überzeugt davon, dass von der wissenschaftlichen Arbeit die meisten (44 Prozent) bzw. viele (40 Prozent) Menschen im Land profitieren. Jeder sechste (16 Prozent) glaubt aber, persönlich nicht von der Tätigkeit von Wissenschaftern zu profitieren.

Dass Wissenschaft und Technologie der nächsten Generation ein besseres Leben bescheren, denkt die überwiegende Mehrheit der Befragten (84 Prozent). Gespalten sind die Österreicher allerdings bei der Frage, welche Auswirkungen Wissenschaft und Technik in den nächsten fünf Jahren auf die Jobs in der Region haben werden: 43 Prozent erwarten, dass dadurch mehr Stellen geschaffen werden, 37 Prozent gehen dagegen von negativen Effekten auf den Stellenmarkt aus.

In der Umfrage wurde auch so etwas wie die Gretchenfrage gestellt: „Stand die Wissenschaft irgendwann einmal im Widerspruch zu den Lehren Ihrer Religion?" 63 Prozent der in Österreich Befragten antworteten darauf mit Ja, 27 Prozent mit Nein (die übrigen gaben keine Antwort). Von jenen, die schon vor einem solchen Widerspruch standen, vertrauten 65 Prozent der Wissenschaft und 15 Prozent den Lehren ihrer Religion, 17 Prozent sagten, es hänge davon ab.