Corona-App

Frankreichs Regierung zufrieden mit Start von Warn-App

Frankreichs Regierung hat sich zufrieden mit dem Start der Coronavirus-Warn-App „StopCovid“ gezeigt, die seit Dienstag kostenlos zur Verfügung steht. Rund 600.000 Menschen hätten die App bereits heruntergeladen, sagte der Staatssekretär für Digitales, Cedric O, am Mittwoch im Fernsehsender France 2. Damit die App aber wirksam sei, müsste sie von mehreren Millionen Franzosen genutzt werden.

red/Agenturen

„StopCovid“ soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen dann gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben. Die App ist für Android-Geräte in Googles App-Plattform Play Store und für iPhones mit dem Betriebssystem iOS im App-Store von Apple verfügbar. Nutzer monierten in Kommentaren, dass die Verbindung per Bluetooth zu viel Akkuleistung verbrauche. Auch dass die App nur geöffnet funktioniere, stieß auf Kritik. Bei einigen Nutzern gab es laut Kommentaren zum Start Verzögerungen beim Laden der App.

Experten hatten bereits im Vorfeld kritisiert, dass die französische App nicht von den Schnittstellen Gebrauch macht, die Apple und Google für Corona-Tracing-Apps kürzlich für ihre Betriebssysteme iOS und Android bereitstellten. Das kann zu Problemen wie eben dem höheren Stromverbrauch und einer weniger zuverlässigen Bluetooth-Erkennung führen. Außerdem gab es datenschutzrechtliche Bedenken.

Ein zentraler Unterschied zwischen den Lösungen der US-Konzerne und der Franzosen ist, wo der Abgleich der Daten stattfindet. Beim Konzept der Franzosen werden die Daten auf einem zentralen Server abgeglichen. Datenschützer hatten das kritisiert und die dezentrale Lösung bei Apple und Google bevorzugt. In Österreich ist die „Stopp Corona“-App des Roten Kreuzes federführend, die eine dezentrale Speicherung der Daten vorsieht.

Frankreich wurde von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen. Bisher starben fast 29.000 Menschen.