Arbeitsschutzvorgaben

EU-Kommission stuft Coronavirus als mittlere Gefahr am Arbeitsplatz ein

Das Coronavirus gehört nach einer Entscheidung der EU-Kommission nicht in die höchste Gefahrenstufe biologischer Risiken am Arbeitsplatz. Die Brüsseler Behörde stufte das Virus am Mittwoch in die Kategorie drei von vier ein und löste damit Unmut im EU-Parlament aus. Die Sozialdemokraten kündigten Widerstand an, da bei Stufe drei die Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer weniger strikt ausfallen.

red/Agenturen

Die Kommission betonte, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 überhaupt so rasch in die Liste gefährlicher biologischer Stoffe aufgenommen wurde, diene dem zusätzlichen Schutz aller Arbeitnehmer und vor allem jener, die am Arbeitsplatz direkt mit dem Virus in Kontakt kommen können, zum Beispiel in Kliniken, Laboren oder industriellen Herstellungsprozessen. Bei der Einstufung habe man sich auf den Rat von Wissenschaftlern aller EU-Staaten gestützt.

Die Sozialdemokraten kritisieren die Kategorisierung als „mittleres Risiko“ jedoch als nicht angemessen. Tausende seien an Covid-19 gestorben, erklärte die Europaabgeordnete Agnes Jongerius. Jetzt kehrten Millionen an den Arbeitsplatz zurück und müssten ausreichend geschützt werden. Covid-19 müsse in die höchste Gefahrenklasse.

Stufe drei bedeute nach der entsprechenden EU-Richtlinie, dass für ein ernstes Gesundheitsrisiko „üblicherweise eine wirksame Prophylaxe oder Behandlungsmethode verfügbar ist“. Stufe vier bedeutet, dass „üblicherweise keine wirksame Prophylaxe oder Behandlungsmethode verfügbar ist“. Für Covid-19 gibt es bisher keinen Impfstoff und auch nur erste Ansätze für Behandlungsmethoden. Ein Sprecher der EU-Kommission betonte aber, das sei nur eines von mehreren Kriterien für die Einstufung.

Das EU-Parlament könnte binnen eines Monats Einspruch erheben, wenn es dort eine Mehrheit gibt.