Coronavirus

Suchterkrankungen nahmen in Vorarlberg markant zu

Die Coronakrise hat in Vorarlberg zu einem markanten Anstieg bei Suchterkrankungen geführt. Die Einrichtungen der Stiftung Maria Ebene, Vorarlbergs Kompetenzzentrum für alle Suchtfragen, verzeichnete deutlich erkennbare Steigerungsraten im Vergleich zum Vorjahr. Laut Primar Philipp Kloimstein werden die Langzeitfolgen der Coronakrise erst in zwei bis drei Jahren in vollem Umfang ersichtlich sein.

red/Agenturen

Bereits während der Lockdown-Phase hätten die Beratungsstellen „Clean“ in Bregenz, Feldkirch und Bludenz einen Zuwachs von rund zehn Prozent an neuen Klienten verzeichnet, berichtete Kloimstein am Freitag in einer Aussendung. Im Krankenhaus Maria Ebene gebe es nur wenige Wochen nach der Wiedereröffnung für die Behandlung von Suchtkranken eine Steigerung an Patienten auf der Warteliste für Therapieplätze um zwölf Prozent. Ähnlich sei die Situation bei der Therapiestation Carina mit einem Patientenzuwachs von mehr als zehn Prozent, so Kloimstein.

„Suchtverhalten ist häufig eine Reaktion auf große Belastungen. Ähnliche Auswirkungen konnten bereits nach der Finanzkrise 2008 beobachtet werden - vor allem in Ländern mit hoher Staatsverschuldung und schlecht finanziertem Gesundheitssystem“, sagte der Primar. Bereits die Sorge um den Arbeitsplatz bewirke einen erkennbaren Anstieg an Menschen mit psychischen Problemen, „was wir auch jetzt in der Coronakrise wieder erleben“, so Kloimstein.

Laut Kloimstein dürfte ein größerer Anstieg an Suchterkrankten aber noch folgen – so war es zumindest nach der Finanzkrise 2008. „Die Langzeitfolgen der Coronakrise sind aktuell noch nicht absehbar und werden erst in zwei, drei Jahren in vollem Umfang ersichtlich sein“, schätzte Kloimstein. Dass bereits jetzt ein Patientenzuwachs verzeichnet werde, sei als erstes Alarmsignal zu werten.