Coronavirus

Schweden-Strategie im brasilianischen Curitiba gescheitert

Allein am Samstag registrierte Curitiba 59 neue Infizierte. Insgesamt haben sich in der von deutschen, polnischen und italienischen Einwanderern geprägten Zwei-Millionen-Stadt mehr als 1100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mindestens 75 Patienten sind bisher gestorben.

red/Agenturen

Anfang Mai hatte Curitiba sich im Vergleich zu anderen brasilianischen Städten, in denen die Zahlen explodierten und das Gesundheitssystem an die Grenze gelangte, mit nur 600 Infizierten in einer bequemen Situation befunden. Die südbrasilianische Stadt gilt im Hinblick auf Stadtplanung und Nachhaltigkeit als Vorzeigemodell.

Bürgermeister Rafael Greca erklärte damals auf Twitter, dass die Curitibaner dem „schwedischen Modell“ folgen wollten. „Wir haben keinen Lockdown gemacht, weil wir auf die Intelligenz der Leute setzen“, sagte er. Greca bezog sich auf die Strategie Schwedens, das im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie einen Sonderweg mit freizügigeren Maßnahmen als andere Länder gegangen war.