3D-Modelle sollen Kinderchirurgie erleichtern

Mittels medizinischer Bildgebung und darauf basierenden 3D-Modellen sollen die behandelnden Ärzte invasive bzw. chirurgische Eingriffe an Kindern im Vorfeld planen, simulieren und trainieren können. In einem interdisziplinären Forschungsprojekt der MedUni Wien werden kindliche Anatomien und individuelle Pathologien mittels 3D-Druck exakt nachgebildet. Das ermögliche eine präzise Planung des Eingriffs und erhöhe die Sicherheit der jungen Patienten.

red/Agenturen

Invasive Eingriffe benötigen neben ausgezeichneten Fachkenntnissen auch bestmögliche Einblicke in die individuellen Gegebenheiten der zu behandelnden PatientInnen, Stichwort Präzisionsmedizin. In einem unter der Leitung von Michael Wagner und Tobias Werther von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde (Comprehensive Center for Pediatrics) durchgeführten Projekt werden mittels 3D-Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) exakte, digitale Modelle rekonstruiert und mittels additiver Fertigung im 3D-Druck in anatomische Modelle umgesetzt, hieß es am Dienstag in einer Aussendung der Universität.

Anhand dieser Modelle ließen sich zum Beispiel chirurgische Eingriffe detailliert planen, simulieren und trainieren, etwa die Operation nach einer Hirnblutung bei Frühgeborenen. „An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde können wir mittels 3D-Ultraschall schnell und unkompliziert eine Abbildung der Hirnstrukturen generieren“, erklärte Neonatologe Michael Wagner den Prozess, „aus diesen Daten wird im 3D-Druck ein exaktes Modell des betroffenen Gebiets, zum Beispiel des Ventrikelsystems im Gehirn, erstellt. Dieses Modell bietet dann den behandelnden Neurochirurgen die Vorlage für die Planung des effektivsten und schonendsten operativen Eingriffs“.

Solche Modelle können auch in der Ausbildung eingesetzt werden. „Wir können einerseits Behandlungen von tatsächlichen komplexen Fällen im Vorfeld üben, und andererseits lassen sich im Rahmen der Ausbildung möglichst lebensechte Interventionen bei einer speziellen Anatomie bzw. Pathologie simulieren“, erklärt Angelika Berger, Leiterin des Comprehensive Center for Pediatrics und der Abteilung für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin und Neuropädiatrie, „das gibt den behandelnden Ärztinnen und Ärzten mehr Sicherheit sowie Routine und erhöht dadurch auch die Patientensicherheit.“