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EU-Länder wollen kommende Woche Liste zur Grenzöffnung vorlegen

Die EU-Länder wollen nach französischen Angaben Mitte der kommenden Woche eine erste Liste von Drittstaaten vorlegen, zu denen die Grenzen ab dem 1. Juli geöffnet werden können. Der französische Außen-Staatssekretär Jean-Baptiste Lemoyne sprach am Freitag im Fernsehsender France 2 von rund 50 Staaten. Es gehe um Länder, die die Coronavirus-Pandemie „im Griff hätten“, betonte Lemoyne.

red/Agenturen

Die Liste solle auf epidemiologischen Erkenntnissen beruhen und alle zwei Wochen aktualisiert werden, sagte Lemoyne weiter. Er deutete an, dass lateinamerikanische Länder wie Brasilien warten müssten, da sich dort „das Virus noch sehr aktiv verbreitet“. Zu anderen Staaten äußerte er sich nicht.

Innerhalb Europas sind die meisten Grenzen seit dem 15. Juni wieder für Reisende offen. Einschränkungen gibt es aber etwa in Großbritannien, wo die meisten Einreisenden für zwei Wochen in Quarantäne müssen. Das Auswärtige Amt warnt auch weiterhin vor nicht notwendigen Reisen in Länder wie Spanien und Schweden. Die Reisewarnung für die meisten Nicht-EU-Länder gilt vorerst bis Ende August.

Slowakei öffnet Grenzen zu Polen

Unterdessen hat die Slowakei bkantgegeben ab Samstag auch ihre wegen der Coronakrise geschlossenen Grenzen zu Polen zu öffnen. Das gab Ministerpräsident Igor Matovic (OLaNO) nach einem Treffen mit dem slowakischen Expertenkonsilium Freitag früh in Bratislava bekannt.

Damit komme ein „Partner mit Schlüsselrolle“ zu den „freien Ländern“ hinzu, erklärte Matovic. Die Slowaken sollten allerdings Reisen in die polnische Region Schlesien meiden, wo das Coronavirus weiterhin grassiert, fügte er hinzu.

Polen war das letzte Land der sogenannten Visegrad-Gruppe, in das Slowaken weiterhin wegen der Corona-Pandemie nicht reisen durften. Die Grenzen zu den Nachbarländern Ungarn und Tschechien wurden bereits am 5. Juni zeitgleich zu denen mit Österreich geöffnet. Kurz darauf kamen bei Ein- und Ausreisen weitere 16 Länder hinzu, aus denen keine Corona-Tests oder Quarantäne mehr notwendig sind.

Laut dem slowakischen Chefhygieniker Jan Mikas werden ab Samstag auch Montenegro, Monaco und die Färöer-Inseln auf die Liste der „sicheren“ Länder gesetzt. Die Liste werde stets anhand der aktuellen epidemiologischen Lage aktualisiert, so Mikas. Bürger aller EU-Länder dürfen auch ohne jegliche Genehmigung des slowakischen Innenressorts durch die Slowakei durchreisen. Bei Transitreisen dürfen sie allerdings im Land keinen Zwischenstopp einlegen und müssen nach bis zu acht Stunden die Slowakei wieder verlassen.

Hygieniker heben Verbot des Sonntagsverkaufs wieder auf

Laut Matovic habe die „stabile Virus-Lage“ in der Slowakei die Lockerung weiterer Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ermöglicht. Ab diesem Wochenende wird das Verbot des Sonntagsverkaufs wieder aufgehoben. Seit Beginn der Krise war der Sonntag ein Pflicht-Sanitärtag, an dem die Läden desinfiziert wurden.

Ebenso werden bei Sportgroßveranstaltungen auch mehr als 1.000 Zuschauer zugelassen, unter der Bedingung, dass die Organisatoren eine „Schachbrett-Methode“ auf den Tribünen sichern. Die Zuschauerzahl darf allerdings 50 Prozent der Kapazität nicht überschreiten. Die Schutzmasken-Pflicht in Innenräumen und im Nahverkehr bleibt erhalten, bei Eintritt in Gebäude von Behörden oder Wellness-Center entfällt aber das bisherige Temperaturmessen. Kunden im Taxi dürfen auch wieder auf dem Beifahrersitz sitzen.

In der Slowakei sind am Donnerstag 14 neue Fälle von Covid-19-Infektionen hinzugekommen, zum ersten Mal seit mehreren Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen wieder auf eine zweistellige Ziffer gestiegen. Insgesamt wurden bisher 1.576 Infizierte und 28 Todesopfer gezählt.

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Mit kleinen abgesprochenen Schritten aus der Corona-Krise - so empfiehlt es die EU-Kommission.
Europäische Kommission/Mauro Bottaro