Coronavirus

Schule ab Herbst: Italien setzt auf Einzelbänke

Pläne für den Neustart des Unterrichts in Italien nach einer mehrmonatigen Pause wegen der Coronavirus-Pandemie sorgen für Debatten in Italien. Um die Abstandsregeln einzuhalten, soll es in den Klassenzimmern lediglich Einzelbänke geben. In der Lombardei befinden sich nur mehr 43 Personen auf der Intesivstation.

red/Agenturen

Die Zahl der Kinder pro Klasse soll reduziert werden, geht aus Plänen der Regierung hervor. Viele Klassenzimmer könnten zu klein werden, die Schulen müssen daher zusätzliche Räume finden. Wegen der Platznot in den Schulen könnte der Unterricht in Kinos, Theater und Museen stattfinden, meinte Bildungsministerin Lucia Azzolina. Ihr Vorschlag löste rege Diskussionen aus.

Die Regierung denkt auch an einen gestaffelten Ein- und Austritt in den Schulen. Der Austausch unter den Klassen soll stark eingeschränkt werden. Auf umstrittene Pläne, wie Plexiglas-Wände um die Schulbänke aufzustellen, hat die Regierung von Premier Giuseppe Conte inzwischen verzichtet. So werden Kinder auch keinen Mundschutz tragen müssen. Schulkantinen sollen wieder öffnen. Fernunterricht wird weiterhin aufrechterhalten bleiben, aber nur für ältere Schüler.

Gewerkschaften kritisieren

Die italienischen Schulen, die am 5. März nach Ausbruch der Coronavirus-Epidemie geschlossen worden waren, sollen am 14. September wieder öffnen. Einzige Ausnahme ist Südtirol, wo der Unterricht bereits am 7. September beginnen wird. Südtirol hält am eigenen Schulkalender fest.

Viele berufstätige Eltern haben aus Zeitgründen Schwierigkeiten mit der Betreuung ihrer Kinder. Zudem greifen zahlreiche Familien aus Sorge vor Ansteckungen nicht auf die sonst wichtige Unterstützung der Großeltern zurück und fühlen sich im Stich gelassen. Unzählige Frauen mussten auf ihren Job verzichten, weil sie die Kinder betreuen müssen, beklagten Gewerkschaftsverbände.

174 Neuinfektionen in 24 Stunden

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer in Italien ist am Sonntag erneut gestiegen. 22 Menschen sind von Samstag auf Sonntag nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben, nach acht am Vortag. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden 174 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Insgesamt sind 34.738 Menschen seit Ausbruch der Pandemie am 20. Februar mit oder am Coronavirus gestorben.

Die Zahl der noch aktiv Infizierten fiel auf 16.681. Die Zahl der in den Spitälern behandelten Covid-19-Patienten sank auf 1.160, jene der Patienten auf Intensivstationen lag bei 98. 15.423 Menschen sind in Heimquarantäne. 188.891 Corona-Infizierte galten als genesen.

In der Region Lombardei, dem Zentrum des Corona-Ausbruchs in Italien, wurden innerhalb von 24 Stunden 13 Tote gemeldet, womit die Gesamtzahl der dort Verstorbenen auf 16.639 stieg. 97 Neuinfizierte gab es in der Region, die Zahl der aktuell Infizierten in der gesamten Lombardei lag bei 10.947. Die Zahl der Covid-19-Kranken in den lombardischen Spitälern sank auf 323 Patienten, 43 lagen auf einer lombardischen Intensivstation.

Schulbänke
Die Maskenpflicht in Schulsolle nur in den Pausen fallen oder, wenn maximal 15 Schüler im Raum sind. Im Ministerium verwiest man auf den Erlass, der selbst bei einer gelben Stufe der Corona-Ampel lediglich eine Maskenpflicht außerhalb der Klasse vorsieht.
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