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Russland: Fortschritte bei Entwicklung von Corona-Impfstoff

Russland macht nach eigener Darstellung Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Eine zweite Gruppe Soldaten sei bereits getestet worden, berichtete die Armeezeitung „Krasnaja Swesda“ am Montag. Eine Studie zu dem anscheinend in Rekordzeit entwickelten Impfstoff haben die Forscher bisher nicht vorgelegt. Es gibt deshalb keine unabhängige Bewertung der Aussagen.

red/Agenturen

Alle getesteten Soldaten fühlten sich gut, und es seien bislang keine Nebenwirkungen bei dem sogenannten Vektor-Impfstoff aufgetreten, sagten die behandelnden Ärzte. Ob er bereits eine Immunreaktion ausgelöst hat, teilten sie nicht mit. Mitte Juni wurde die erste Gruppe Soldaten geimpft. Der zweiten Gruppe werde der Stoff kurz darauf mit einer zusätzlichen Komponente verabreicht, hieß es. Die Soldaten hätten sich freiwillig dafür gemeldet. Die klinischen Tests sollen demnach bis Ende Juli abgeschlossen werden.

Eine Studie oder unabhängige Bewertung zu dem anscheinend in Rekordzeit entwickelten Impfstoff gibt es bisher aber nicht. Im Westen haben Wissenschaftler wiederholt Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gedämpft.

Zuvor hatten russische Behörden davon gesprochen, im Spätsommer mit der Massenproduktion des Impfstoffes zu beginnen. Der russische Gesundheitsminister Michail Muraschko betonte am Wochenende, dass der Impfstoff dann weltweit zur Verfügung gestellt werden soll. Russland habe seit Beginn der Pandemie anderen Ländern geholfen und werde das auch weiterhin so handhaben, sagte er der Agentur Tass zufolge.

China: Impfstoff für internen Gebrauch in Armee erlaubt

Unterdessen wurde bekannt, dass die chinesische Armee einen neu entwickelten Corona-Impfstoff für den internen Gebrauch zugelassen hat. Daten aus klinischen Studien hätten gezeigt, dass der Impfstoff das Potenzial habe, durch das Coronavirus verursachte Leiden zu verhindern, teilte das chinesische Biotech-Unternehmen CanSino Biologics am Montag mit.

Die Zentrale Militärkommission Chinas genehmigte demnach am Donnerstag den Einsatz des Impfstoffs für ein Jahr. Es war zunächst unklar, wie der Einsatz des Impfstoffs innerhalb der Armee umgesetzt werden soll. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP an Chinas Verteidigungsministerium blieb zunächst unbeantwortet. Der Impfstoff sei gemeinsam mit dem Pekinger Institut für Biotechnologie, das zur Akademie der Militärmedizinischen Wissenschaften gehört, entwickelt worden, teilte CanSino mit.

Das in Hongkong börsennotierte Unternehmen erläuterte, der Impfstoff habe die ersten zwei Phasen seiner klinischen Studien in China durchlaufen, das Unternehmen könne aber nicht garantieren, dass er später auch für den kommerziellen Gebrauch eingesetzt werde. Ohne weitere Genehmigungen könne die Verwendung des Impfstoffs nicht ausgeweitet werden, hieß es weiter.

Ein wirksamer Corona-Impfstoff gilt als sicherstes Mittel, die Pandemie zu überwinden. Weltweit wird deshalb mit Hochdruck daran geforscht, bisher ist jedoch noch kein Impfstoff für den kommerziellen Gebrauch zugelassen. 17 mögliche Impfstoffe werden derzeit in klinischen Tests am Menschen getestet, unter anderem in Deutschland. An mehr als der Hälfte dieser Impfstoffe sind chinesische Firmen oder Institute beteiligt.

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