Oberösterreich & Salzburg

Zahlen steigen, Cluster unter Kontrolle

In Oberösterreich sind von Dienstag auf Mittwoch 52 Neuinfektionen dazugekommen. Nachdem damit rund ein Drittel der österreichischen Coronafälle auf OÖ entfallen, stehen Lockerungen derzeit nicht zur Diskussion. In Salzburg wird unterdessen über verpflichtende Coronatests für alle Patienten, die in ein Krankenhaus kommen, diskutiert. Da wie dort gibt es positve Fälle unter Reiserückkehrern.

red/Agenturen

Oberösterreich: strenge Regeln bleiben

Der Krisenstab in Oberösterreich betonte am Mittwoch, dass hier weiterhin strengere Regeln bezüglich Maskenpflicht bestehen als im Rest Österreichs. Die Reproduktionszahl lag mit 0,93 zwar unter jener des Bundes (1,07), nachdem aber rund ein Drittel der österreichischen Coronafälle auf OÖ entfallen, stehen Lockerungen derzeit nicht zur Diskussion, betonte der Krisenstab.

Von Dienstag auf Mittwoch waren 52 Neuinfektionen dazugekommen. Davon gab es sechs Fälle von infizierten Reiserückkehrern, deren Zahl damit auf insgesamt 126 gestiegen ist. Der Freikirchen-Cluster blieb mit 243 Infektionen stabil, ebenso jener im Umfeld der NMS Neukirchen (Bezirk Vöcklabruck), wo sich infolge einer privaten Feier 18 Personen angesteckt haben. In den Alten- und Pflegeheimen des Landes wurden zwölf infizierte Mitarbeiter und vier erkrankte Bewohner verzeichnet.

Insgesamt waren – Stand Mittwochmittag – in Oberösterreich 465 Menschen aktuell erkrankt, die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.358. In Quarantäne sind derzeit 2.354 Menschen. 30 Patienten werden in Spitälern behandelt, davon zwei auf Intensivstationen.

Um schweren Verläufen und einer Überlastung des Gesundheitssystems während der nächsten Grippewelle vorzubeugen, werde Oberösterreich im Rahmen des Kinderimpfprogramms 32.000 Dosen nasalen Impfstoff für Kinder bekommen, kündigte LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) an. Darüber hinaus habe man bei der Bundesbeschaffungsagentur einen Bedarf von 40.000 Dosen Impfstoff angemeldet.

Salzburg: Test in Krankenhäusern gefordert

Während in Salzburg die aktiven Cluster als stabil gelten und zuletzt nicht weiter angewachsen sind, hat sich in der Landeshauptstadt die Zahl der mit Covid-19 infizierten Personen am Mittwoch um acht erhöht. Alle Neuinfizierten sind laut der städtischen Epidemiebehörde Rückkehrer aus Balkan-Ländern. Sie wurden umgehend abgesondert. Auch erste Kontaktpersonen wurde bereits in Quarantäne geschickt.

Zu den 28 positiven Fällen in der Stadt Salzburg kamen mit Stand Mittwochnachmittag (16.30 Uhr) im Bezirk demnach 98 Personen, die engeren Kontakt mit Infizierten hatten und per Bescheid unter Quarantäne gestellt wurden. Weitere 80 Personen sind als Kontakte der Kategorie 2 verkehrsbeschränkt.

Für den von zwei Polizeiinspektionen in der Stadt Salzburg ausgehenden Cluster liegen mittlerweile auch alle noch ausständigen Testergebnisse betroffener Beamter vor. Wie ein Sprecher der Polizei zur APA sagte, habe sich die Zahl der infizierten Polizisten dadurch aber nicht erhöht und liege weiter bei sieben.

Unterdessen warten die Gesundheitsbehörden auf die Screening-Ergebnisse der Bewohner des Asylquartiers in Bergheim (Flachgau). Am Dienstag wurden dort rund 110 Personen getestet, nach dem in der Vorwoche bei vier Bewohnern das Virus nachgewiesen worden ist.

Nachdem es zuletzt in drei Krankenhäusern im Land zu neuen Covid-19-Fällen gekommen ist, ist in Salzburg auch die Debatte über verpflichtende Coronatests für alle Patienten die in ein Krankenhaus kommen wieder ausgebrochen. Anders als noch vor zwei Wochen spricht sich Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP) mittlerweile für flächendeckende Testungen aus. Allerdings wünscht er sich eine bundesweit einheitliche Regelung - und, dass die Kosten für die Test die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bezahlt.

Der Obmann der ÖGK, der Salzburger Andreas Huss, sagte dazu gegenüber dem „ORF Salzburg“: „Grundsätzlich ist der Vorschlag in Ordnung, dass Patienten getestet werden. Aber für die Spitäler sind die Länder verantwortlich, darum sehe ich nicht ein, warum die Krankenkasse das bezahlen soll.“