Deutsche Studie: Fünftel der Corona-Spitalspatienten gestorben

Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Die Sterblichkeit war bei künstlich beatmeten Menschen mit 53 Prozent besonders hoch, wie die Technische Universität (TU) Berlin am Mittwoch auf Basis von AOK-Abrechnungsdaten mitteilte.

red/Agenturen

Von den Krankenhauspatienten, die nicht beamtet wurden, starben 16 Prozent, wie aus der Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht.  Insgesamt lagen der Untersuchung Daten von rund 10.000 Patienten zugrunde, von denen etwa 1700 beatmet wurden.

Die Analyse, die im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“ erschienen ist, liefert laut Mitteilung der Autoren vom Mittwoch erstmals bundesweite und bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Deutschland. Quelle waren Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK. Diese bildeten knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab, hieß es. Die untersuchten Daten betreffen Patienten, die zwischen 26. Februar und 19. April in 920 deutschen Krankenhäusern stationär aufgenommen wurden.

„Die hohen Sterblichkeitsraten machen deutlich, dass in den Kliniken relativ viele Patienten mit einem sehr schweren Krankheitsverlauf behandelt wurden. Diese schweren Verläufe betreffen eher ältere und gesundheitlich bereits beeinträchtigte Menschen, kommen aber auch bei jüngeren Patienten vor“, so Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber.

Derzeit sind laut dem Divi-Intensiv-Register noch 258 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, davon wird knapp die Hälfte beatmet (Stand 28. Juli). Insgesamt sind in dem Register mehr als 15.000 abgeschlossene Covid-19-Behandlungen erfasst, ein Viertel dieser Patienten starb.