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Italiens Abgeordnetenhaus stimmt Verlängerung des Ausnahmezustands zu

Nach dem italienische Senat hat auch die Abgeordnetenkammer am Mittwoch der Verlängerung des Corona-Ausnahmezustands in Italien bis zum 15. Oktober zugestimmt. 286 Deputierten stimmten für den Antrag der Regierung von Premier Giuseppe Conte, der der Regierung mehr Befugnisse im Kampf gegen den Krankheitserreger einräumt. Es gab 221 Gegenstimmen.

red/Agenturen

Der Notstand würde ohne Verlängerung am Freitag auslaufen. Auf dem Ausnahmezustand basieren mehrere Verordnungen, die die Regierung zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ergriffen hat und die noch in Kraft sind. Der Senat hatte bereits am Dienstag der Verlängerung des Ausnahmezustands zugestimmt.

Conte hatte den Notstand am 31. Jänner für sechs Monate ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das neuartige Virus nachgewiesen worden war.

Sechs Todesopfer in Italien binnen 24 Stunden

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer ist in Italien in den vergangenen 24 Stunden wieder gesunken. Sechs Menschen starben von Dienstag auf Mittwoch nach einer Infektion mit SARS-CoV-2, am Vortag waren es elf gewesen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden 289 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet (am Vortag: 181).

Exakt 35.129 Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie am 20. Februar mit oder am Coronavirus in Italien gestorben. Die Zahl der noch aktiv Infizierten stieg von 12.609 auf 12.616, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten sank von 749 auf 731. 38 Patienten lagen auf Intensivstationen. Am Höhepunkt der Epidemie im März waren mehr als 4.000 Patienten auf Intensivstationen behandelt worden. 11.847 Menschen befanden sich am Mittwoch in Heimquarantäne. 199.031 Corona-Infizierte galten als genesen.

In der Region Lombardei, dem Zentrum des Corona-Ausbruchs in Italien, gab es keine Todesopfer. Die Zahl der Gestorbenen blieb somit auf 16.802 stabil. 46 Neuinfizierte zählten die Behörden. Die Zahl der Covid-19-Erkrankten in den lombardischen Spitälern betrug 154. Auf einer lombardischen Intensivstation lagen 13 Patienten, genau wie am Vortag.

Italiens Oberstes Gesundheitsinstitut ISS ist mit der Entwicklung der epidemische Lage in Italien zufrieden. „Die Situation ist mit 200 bis 300 neuen Covid-19-Fällen pro Tag stabil. 30 Prozent der Neuinfizierten weisen keine Symptome auf“, erklärte ISS-Präsident Silvio Brusaferro am Mittwoch in Rom.

Das Durchschnittsalter der Neuinfizierten, das in der akutesten Phase der Krise bei 70 Jahren lag, sei inzwischen auf 40 gesunken. Das Coronavirus sei vor allem bei älteren Patienten noch tödlich, berichtete Brusaferro.