Coronavirus

Remdesivir für 30.000 Europäer

Zur Versorgung von 30.000 schwerkranken Covid-19-Patienten mit dem Mittel Remdesivir hat die EU-Kommission einen Bezugsvertrag mit dem Hersteller Gilead geschlossen. Der Wirkstoff - die bisher einzige in Europa zugelassene Arznei gegen schwere Fälle der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit - werde ab Anfang August geliefert, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit.

red/Agenturen

Die Menge reiche für den dringenden Bedarf in der EU und Großbritannien und werde gerecht verteilt. Remdesivir war am 3. Juli zur Behandlung von Covid-19-Patienten ab zwölf Jahren zugelassen worden, die an einer Lungenentzündung erkranken und zusätzlich Sauerstoff benötigen. Kurz vorher hatte die US-Regierung eine Vereinbarung mit Gilead Sciences bekannt gemacht, wonach sie praktisch die gesamte Produktionsmenge des Mittels für die nächsten Monate aufgekauft habe.

Kosten: Rund 63 Millionen Euro

Die EU-Kommission zeigt sich aber sicher, mit dem jetzt geschlossenen Vertrag „den derzeitigen Bedarf in den kommenden Monaten zu decken“. Die Kosten bezifferte die EU-Kommission auf 63 Millionen Euro. Sie werden aus EU-Mitteln gedeckt. Man verhandle darüber hinaus über die gemeinsame Beschaffung der Arznei zur Deckung des zusätzlichen Bedarfs, mit dem ab Oktober zu rechnen sei, hieß es weiter.

Ärzte sehen Remdesivir - der Markenname ist Veklury - nicht als Allheilmittel, wohl aber als Lichtblick für Corona-Patienten. Eine internationale Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung.

 

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