Zu wenig Touristen - Italiens Kulturstädte schaffen Neustart nicht

Im Gegensatz zu Badeorten und Bergdörfern schaffen Italiens Kunst- und Kulturstädte den touristischen Neustart nach dem Coronavirus-Lockdown nicht. Dramatische Rückgänge bei der Zahl ausländischer Besucher melden Städte wie Rom, Venedig, Florenz, Mailand und Turin, die ein Drittel des italienischen Tourismus ausmachen.

red/Agenturen

Der italienische Handelsverband Confesercenti geht für 2020 von einem Rückgang von 34 Millionen Übernachtungen in den Kulturstädten aus. Dies entspricht einem Verlust von 7 Mrd. Euro. Davon entfallen 4,8 Milliarden auf die Hotellerie, die Gastronomie und auf den Handel, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Confesercenti-Verbands hervor.

Am stärksten von der Krise betroffen ist Venedig, bis vor der Coronavirus-Epidemie ein Paradebeispiel für den globalen Massentourismus. Die Lagunenstadt ist mit einem Verlust von 13,2 Millionen Übernachtungen konfrontiert, was 3 Mrd. Euro an fehlenden Einnahmen bedeutet. Auf Platz zwei im Ranking der am stärksten vom Ausbleiben der Touristen betroffenen Kulturstädte liegt Rom. Die Ewige Stadt rechnet 2020 mit zehn Millionen weniger Übernachtungen - das bedeutet einen Einnahmenrückgang von 2,3 Mrd. Euro. Florenz erwartet fünf Millionen Übernachtungen weniger und einen Einnahmenverlust von 1,2 Mrd. Euro.

Neben dem Problem des Touristenschwunds sind die Kulturstädte auch vom Homeoffice belastet. Viele Arbeitnehmer und Beamte arbeiten zuhause und meiden die Stadtzentren. Dies wirke sich negativ auf die Gastronomie und den Handel, hieß es.

Gastronomiebetriebe und Touristikunternehmen, die besondere Einnahmenrückgänge erlitten haben, sollten steuerlich unterstützt werden, so der Handelsverband. „Ohne finanzielle Unterstützung droht unzähligen Betrieben die Pleite“, beklagte der Verband.

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