Coronavirus

Britische Ärzte und Pfleger demonstrieren für mehr Geld

Mehrere Hundert britische Ärzte und Pfleger haben im Zentrum von London am Samstag für mehr Gehalt demonstriert. Die Angestellten des chronisch unterfinanzierten, staatlichen Gesundheitsdienstes NHS fordern eine Lohnerhöhung von 15 Prozent.

red/Agenturen

Viele von ihnen haben in den vergangenen Monaten an vorderster Front mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten gearbeitet - oft nur unzureichend mit Schutzkleidung ausgestattet. „Wir können von unseren Löhnen nicht leben“, sagte ein Teilnehmer am Samstag dem Sender Sky News in London. „Und wir können aufgrund dieser Löhne auch keine Menschen für unseren Job begeistern.“ Dabei seien er und seine Kollegen es gewesen, die die Erkrankten der Nation behandelt hätten, während sich der Rest des Landes zuhause in Sicherheit brachte.

Zu Beginn ihres Protests gedachten die Mediziner und Pfleger ihren 640 NHS-Kollegen, die mit einer Corona-Infektion gestorben waren. Großbritannien ist mit mehreren Zehntausend Toten bislang das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa.

Auch in Brüssel braucht es mehr Geld

In Brüssel fordern indes tausende Ärzte, Krankenschwestern und andere Demonstranten mehr Geld für das Gesundheitswesen in der Coronakrise. Die Polizei zählte 4.000 Teilnehmer an der Demonstration in der Innenstadt, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Ziele waren unter anderem eine bessere Personalausstattung und Bezahlung für Gesundheitsberufe.

Auch in Belgien steigen die Infektionszahlen in der Coronakrise wieder. In dem kleinen Land mit nur rund elf Millionen Einwohnern wurden in den vergangenen sieben Tagen offiziell täglich im Durchschnitt 636 neue Fälle registriert, 38 Prozent mehr als in den sieben Tagen davor. Insgesamt verzeichnete Belgien seit Ausbruch der Pandemie 92 478 Ansteckungen, wie die Behörden am Sonntag mitteilten.