Coronavirus

Wien setzt auf mehr Personal

Wien geht in der Bekämpfung der Corona-Pandemie einen eigenen Weg mit besonders vielen Testungen, die man mit besonders vielen offiziell bestätigten Fällen dann quasi auch image-mäßig büßt. Von dieser Strategie will man auch nicht abgehen, um eine noch stärkere Verbreitung zu verhindern. Daher wird weiter Personal aufgestockt.

red/Agenturen

Wie schwierig sich die Situation darstellt, zeigen die offiziellen Zahlen. In den vergangenen zwei Wochen gab es 2.491 Neuinfektionen. Um deren Umfeld zu ergründen, mussten 19.928 Kontaktpersonen der ersten Kategorie und 2.315 der zweiten Kategorie identifiziert werden.

Um diesen Anfall bewältigen zu können, setzt man auf eine Personal-Aufstockung. Derzeit sind bei der Hotline 1450 immerhin 400 Mitarbeiter beschäftigt, davon 270, die Anrufe entgegen nehmen und 130 medizinisches Personal. Dieses Personal wird, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Montagabend in der „ZiB2“ betonte, weiter aufgestockt. Kommende Woche sollen in einem weiteren Schritt 25 Medizinstudenten als Unterstützung das Team verstärken.

Weiteres Personal braucht man auch beim Contact Tracing, also bezüglich der Erforschung von Kontaktpersonen, die mit Infizierten in Berührung gekommen sind. 200 Personen sollen hier ab sofort zusätzlich aufgenommen werden.

Schnellere Tests werden sich, wie man im Büro Hackers erwartet, auch durch einen weiteren Einsatz der Gurgel-Tests ergeben. Diese haben den Vorteil, dass die Tests den Verdachtsfällen nicht durch Mediziner oder Sanitäter abgenommen werden müssen sondern auch von einfachen Boten quasi vor die Tür gestellt werden können. Damit ist die Stadt weniger auf einschlägig qualifiziertes Personal angewiesen und kann mehr Tests abwickeln. Freilich bleibt dann noch die Frage, ob die - teils privaten - Labors die Tests dann auch flotter auswerten können bzw. wollen, in letzter Konsequenz eine finanzielle Frage, denn Ressourcen soll es hier noch geben.