Coronakrise

Länder kommunizieren Clusterbildungen unterschiedlich

Im Umgang mit geballt auftretenden Infektionen mit SARS-CoV-2, die sich auf Cluster zurückführen lassen, gehen die Bundesländer unterschiedlich vor. Es gibt keine bundesweit einheitliche Richtlinie, inwieweit Clusterbildungen nach außen kommuniziert werden.

red/Agenturen

Für die leitende Epidemiologin der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES), Daniela Schmid, ein gangbarer Weg. Es liege im Ermessen der Länder, jeden Cluster-Fall abzuwägen und zu entscheiden, ob man diesen „mit Getöse" publik macht oder eben nicht, meinte Schmid, die auch Sprecherin der Corona-Ampelkommission ist. Es hänge von den Umständen im Einzelfall ab, was an die Öffentlichkeit gehört.

Wie Schmid Dienstagmittag bekräftigte, kommt es dabei nicht auf den Umfang eines Clusters, sondern das Setting und den Ausgangspunkt an. Primär daraus lasse sich eine Risikoeinschätzung und eine mögliche Krisenbewältigung ableiten. Bei der Cluster-Analyse gehe es darum, den Ausgangspunkt möglichst genau zu beschreiben und das Risikoverhalten zu verstehen. Je eingehender man das Risikoverhalten kommuniziere, desto mehr Verständnis schaffe man für Präventivmaßnahmen, betonte die Expertin.

20 Prozent Neuinfektionen in Wien aus dem Ausland

Mindestens 60 bis 70 Prozent aller Infektionen mit dem Coronavirus sollten sich idealerweise auf einen Cluster als Quelle zurückführen lassen, erläuterte Schmid. Falle dieser Wert unter 50 Prozent, werde es schwieriger, wirkungsvoll mit Präventivmaßnahmen zu arbeiten.

In der Vorwoche - aktuellere Zahlen lagen Dienstagmittag noch nicht vor - hat sich in Wien nur bei 55 Prozent der Neuinfektionen die Quelle klären lassen. 20 Prozent waren auf Auslandsaufenthalte zurückzuführen, 31 Prozent ließen sich einem lokalen Cluster zuordnen. Vier Prozent konnten durch Screening-Aktivitäten identifiziert werden.

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