Coronakrise

Zahlen klettern in Israel erneut auf Rekordwert

Wenige Tage vor einem Lockdown ist in Israel die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Sie lag nur noch knapp unter der Marke von 5000 Fällen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass am Vortag 4973 Infektionen registriert worden seien. Der bisherige Rekordwert aus der vergangenen Woche lag bei 4149.

red/Agenturen

Zum Vergleich: In Österreich wurden am Dienstag 764 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Israel hat mit knapp neun Millionen Menschen ungefähr gleich viel Einwohner wie Österreich. 

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Angesichts der Lage beschloss die israelische Regierung am Sonntag einen zweiten landesweiten Lockdown. Er soll vor jüdischen Feiertagen am Freitagnachmittag in Kraft treten und zunächst drei Wochen andauern.

Schulen und Kindergärten sollen dann geschlossen werden. Menschen dürfen sich außer in Ausnahmefällen nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Es gab großen Widerstand gegen neue Beschränkungen, denn die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent.

Schulen sollen früher schließen

Medienberichten zufolge kommen die Schulschließungen für den Corona-Beauftragten der Regierung, Ronni Gamzu, zu spät. Die „Jerusalem Post“ zitierte aus einem Brief Gamzus an das Gesundheits-und das Bildungsministerium, wonach der jüngste Anstieg vor allem auf Infektionen bei Schulkindern ab zehn Jahren und älter zurückzuführen sei. Die Schulen sollten daher bereits am Mittwoch schließen.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 162 273 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1141 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. 1102 Corona-Patienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen sind Schwerkranke. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.