Coronavirus

Iran sieht Missachtung von Maskenpflicht hinter Anstieg

Die iranischen Behörden haben Nachlässigkeit beim Tragen von Masken für einen erneuten Anstieg der Corona-Infektions- und Todeszahlen mitverantwortlich im Land gemacht. „Die Virus-Situation spiegelt uns unsere Einhaltung von Gesundheits-Vorschriften und die Nutzung von Masken wieder“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Teheran am Samstag. Über 24.000 Menschen starben bisher.

red/Agenturen

Der Iran verzeichnet seit Beginn der Pandemie die höchsten Corona-Todeszahlen im Mittleren Osten. Die Zahlen von Neuinfektionen und Todesfällen steigen seit September wieder an. In den vergangenen zwei Wochen lag die Zahl der registrierten täglichen Neuinfektionen konstant bei mehr als 2.000. Am Samstag meldeten die Behörden 2.845 positive Corona-Tests in den vergangenen 24 Stunden.

Damit haben sich seit Anfang des Jahres mehr als 419.000 Menschen im Iran mit dem Virus infiziert, mindestens 24.118 Menschen sind im gleichen Zeitraum an dem Virus gestorben. Es gibt Spekulationen, dass die tatsächlichen Zahlen im Iran weit höher liegen könnten.

Im Iran ist das Tragen von Masken in geschlossenen öffentlichen Räumen vorgeschrieben. Die Menschen sind aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Bereits mehr als 24.000 Tote im Iran

Der Iran hat am Samstag 166 neue Corona-Todesfälle gemeldet. Damit steigt die Zahl der Toten auf 24.118, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Neuinfektionen um 2.845 auf 419.043.

Zehn bis zwölf Prozent der Patienten, die im Iran mit Covid-19 ins Krankenhaus kämen, überlebten nicht, sagte Masoud Mardani, Spezialist für Infektionskrankheiten und Mitglied einer Task Force der iranischen Regierung. Rund die Hälfte der Erkrankten auf Intensivstationen sterbe. Die Todesrate bei den beatmeten Personen betrage 90 Prozent.

Zweiter Corona-Lockdown in Israel wird weitgehend befolgt =

In Israel wird der zweite landesweite Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus' weitgehend befolgt. Auf den Straßen in Tel Aviv etwa waren am Samstag nur vereinzelt Autos zu sehen. Auch Menschen waren kaum unterwegs. Nach Medienberichten gab es allerdings am Strand der Küstenstadt einen kleineren Protest. Dem Nachrichtenportal ynet zufolge demonstrierten dort etwa 100 Menschen gegen die neuen Vorschriften wie etwa die Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Strandbesuche sind eigentlich untersagt.

Die Restriktionen gelten seit Freitagnachmittag für drei Wochen. Die Menschen dürfen sich nur in Ausnahmefällen - wie etwa dem Weg zur Arbeit oder zu Demonstrationen - weiter als 1000 Meter von ihrem Zuhause entfernen, Fahrten zwischen einzelnen Städten sind verboten.

Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagiert mit den Maßnahmen auf jüngste Corona-Rekordzahlen. Sie will vor allem eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Der Auftakt des Lockdowns fällt zusammen mit dem jüdischen Neujahrsfest, an dem eigentlich traditionell Familien zusammenkommen. Die Opposition hält der Regierung wegen des Lockdowns Versagen vor. Die Corona-Krise hat der Wirtschaft Israels bereits schwer zugesetzt.

Netanjahus Regierung hatte bereits im Frühjahr einen Lockdown verhängt, um die Pandemie einzudämmen. Damit erzielte sie Erfolge. Nach Lockerungen stiegen die Zahlen jedoch wieder an. Experten warfen der Regierung vor, Maßnahmen wie Schulschließungen zu früh aufgehoben und das Land unzureichend auf eine zweite Corona-Welle vorbereitet zu haben. Bei vielen Israelis sorgten im Sommer verhängte Maßnahmen für Verwirrung und Frust. Daher blieb offen, inwieweit die Menschen bei dem zweiten Lockdown mitmachen. Die Regierung wiederum hatte immer wieder an die Menschen appelliert, sich an Vorschriften wie das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen und Abstandsregeln zu halten.