Vorwürfe zweier Frauen gegen Wiener Orthopäden - Kammer prüft

Zwei Patientinnen werfen einem Wiener Orthopäden unabhängig voneinander einen Übergriff vor. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren mittlerweile eingestellt, die Beweislage sei schwierig, berichtete die Tageszeitung „Heute“ (Montagausgabe). Die Frauen seien auf den Privatklage-Weg verwiesen worden. Die Ärztekammer prüft den Fall aber ebenfalls.

red/Agenturen

Die inkriminierten Vorfälle datieren vom August und September 2019. Beide Frauen berichteten, „dass der Orthopäde bei der Behandlung mit mehreren Fingern vaginal in sie eingedrungen sei“, schrieb die Wiener Zeitung bereits in der vergangenen Woche. „Nach Aussage beider habe er die Penetration nicht angekündigt, nicht erklärt und auch kein Einverständnis eingeholt. Er habe keine Handschuhe getragen und kein Gleitmittel verwendet. Beide Frauen berichten von starken Schmerzen während der Behandlung, in einem Fall auch Wochen danach, wobei vaginale Verletzungen auch ärztlich dokumentiert wurden.“ Nicht nur die Patientinnen, auch das Spital erstattete demnach Anzeige.

Die Ärztekammer untersucht die Causa, das Verfahren läuft noch, wurde der APA bestätigt. Der Arzt ordiniere bis zum Abschluss der Prüfung weiter, berichteten die Zeitungen. Er weise die Vorwürfe zurück. In dem einen Fall habe er bei der Vernehmung angegeben, dass es „möglicherweise“ zu einer leichten, kurzen Penetration gekommen sei, er aber Handschuhe getragen und sehr ausführlich erklärt habe, welche Behandlungen er durchführe, berichtete die Wiener Zeitung. Es handle sich um eine spezifische, intravaginale Therapieform, die in Österreich gelehrt wird und anerkannt ist.