Medizintechnik

Mini-Organe aus dem 3D-Drucker

Forschende der ETH Lausanne (EPFL) bringen den Patienten ins Labor: Aus lebenden Zellen haben sie zentimetergroße Mini-Organe gedruckt. Sie sehen fast so aus wie ihr Pendant in Originalgröße, wie die Wissenschafter im Fachmagazin „Nature Materials“ berichten. Heute schon erschaffen Forscher kleine Organe aus Stammzellen. Bisherige Ansätze führen jedoch dazu, dass sich die Zellen zu winzigen Hohlkugeln zusammensetzen.

red/Agenturen

Doch viele Organe wie der Darm oder die Atemwege seien röhrenförmig und viel größer, sagte Matthias Lütolf (EPFL) laut einer Mitteilung der Hochschule vom Donnerstag. Die Lösung fanden er und sein Team im sogenannten Bioprinting. Anders als herkömmliche 3D-Drucker nutzen Bioprinter biologische Tinten oder Gele, die lebende Zellen einkapseln.

So installierten die Forschenden auf einem Mikroskoptisch eine Platte mit einem Gel und entwarfen ein Gerät, das lebende Zellen mit einer dünnen Düse ansaugt. Nachdem sie Darm-Stammzellen ausgesät hatten, begannen die Zellen zu wachsen. Sie bildeten ein röhrenförmiges Gewebe, das viele Merkmale eines natürlichen Darms aufwies.

Gedruckte Atemwegsröhrchen gegen Sars-CoV-2

Die Forscher bauten auch Teile des Magens, des Dünndarms und des Dickdarms, die sie miteinander verbanden. Mit den traditionellen Methoden könne man entweder Magenorganoide oder Darmorganoide züchten, sagte Lütolf. Mit dem neuen Ansatz gelinge es, verschiedene Zelltypen zu kombinieren und auf unterschiedliche Weise anzuordnen.

Er und sein Team möchten künftig Atemwegsröhrchen drucken, um Virusinfektionen zu untersuchen. Mit den infizierten Mini-Atemwegen ließen sich laut den Wissenschaftern dann vielleicht Behandlungsansätze gegen SARS-CoV-2 untersuchen.