Coronakrise

Offene Grundschulen waren für Schweden von Vorteil

Während sich in den europäischen Staaten die Strategien gegen das Coronavirus meist recht ähnlich waren, gab es national durchaus Unterschiede in den Methoden. So ging Schweden den wohl eigenständigsten Weg innerhalb der EU. So habe sich das Offenhalten der Grundschulen sehr positiv auf die Arbeitswelt ausgewirkt.

red/Agenturen

Das erklärte der schwedische EU-Minister Hans Dahlgren (SAP) am Montag beim 16. Salzburg Europe Summit des Instituts der Regionen Europas (IRE) per Videobotschaft. Das habe nicht nur den Kindern ein weitestgehend normales Leben ermöglicht. „Die Eltern konnten ihrer täglichen Arbeit nachgehen - auch wenn das durchaus im Home Office passiert ist.“ Wichtig sei das insbesondere im Gesundheitsbereich gewesen.

In Schweden gab es keinen Lockdown, die Regierung setzte zugleich auf weniger Verbote, hohe Eigenverantwortung und zuletzt auch viele Tests. Allerdings sind in Schweden in der ersten Jahreshälfte 2020 knapp mehr als 5.500 Personen am oder mit dem Coronavirus gestorben. In Österreich waren es zu diesem Zeitpunkt gut 700. Besonders die Pflege- und Altenheime wurden im Land zu Beginn der Pandemie zu wenig geschützt.

Ergebnis der schwedischen Kommission folgt 2022

„Derzeit haben wir eine reduzierte Zahl an Infektionen, es sind weniger Personen im Krankenhaus und es gibt momentan auch weniger Tote. Aber wir können uns nicht zurücklehnen. Die Zahlen werden in Zukunft wohl steigen“, fürchtete Dahlgren am Montag.

Die schwedische Regierung habe eine eigene Spezialkommission eingesetzt, die unabhängig und weisungsfrei alle Covid-Maßnahmen evaluiert und das Ergebnis im Februar 2022 präsentieren wird. Im Sinne des notwendigen Informationsaustausches werde dieses Ergebnis der EU und den anderen Ländern zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig sei die schwedische Regierung auch an den Evaluierungsergebnissen der anderen Länder interessiert ist, stellte Dahlgren fest.

Während es zu Beginn der Corona-Pandemie um die Zusammenarbeit und die Einigkeit in der EU nicht recht gut bestellt gewesen sei, habe sich die Situation mittlerweile verbessert. „Wir brauchen enge Kooperation - über die Grenzen hinweg“, betonte der schwedische EU-Minister.

 

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