Wiener AKH

Neue Kinderpsychiatrie ab Mitte Oktober im Vollbetrieb

Im Wiener Allgemeinen Krankenhauses (AKH) ist am Mittwoch die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie fertiggestellt und offiziell präsentiert worden. Die Abteilung wird sich künftig in einem rundum erneuerten Gebäude auf dem Krankenhaus-Areal befinden. Derzeit wird gesiedelt. Der Umzug erfolgt etappenweise, bei aufrechtem Betrieb in den alten Räumlichkeiten.

red/Agenturen

Ab 19. Oktober startet der Vollbetrieb im neuen Gebäude. 40 Betten werden dort dann zur Verfügung stehen. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) lobte bei einem Medientermin das Ergebnis und deponierte auch eine Forderung: „Es darf kein Luxus sein, dass es hier nur mehr Ein- und Zwei-Bett-Zimmer gibt, sondern das muss gerade im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie State-of-the-Art sein. Für die Rekrutierung der notwendigen Fachärztinnen und -ärzte ist es dringend erforderlich, die Ausbildungsordnung zu modernisieren.“

Die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie verfügt über großzügig angelegte Bereiche inklusive großem Dachgarten mit verschiedenen Turn- und Spielgeräten. Die Netto-Grundfläche beträgt 9.000 Quadratmeter, das Dreifache der alten Räumlichkeiten. Es gibt 30 stationäre und zehn tagesklinische Betten. Die Erweiterung auf 32 stationäre Betten wurde baulich aber bereits eingeplant, hieß es.

AKH-Direktor Herwig Wetzlinger betonte: „Die Versorgung im kinder- und jugendpsychiatrischem Bereich ist uns ein besonderes Anliegen und wir sind stolz die Fertigstellung dieses wichtigen Gebäudes trotz der aktuell sehr schwierigen Bedingungen geschafft zu haben.“

Zu wenige Betten, Mangel an Personal

Dass die Kapazitäten gebraucht werden, steht außer Frage. Anfang des Jahres hat der Wiener Stadtrechnungshof der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Stadt Wien ein schlechtes Urteil ausgestellt. Die Kritik zusammengefasst lautete damals: zu wenige Betten, zu wenig Personal, schlechte Infrastruktur. So mussten Minderjährige in der Vergangenheit sogar in psychiatrischen Abteilungen für Erwachsene aufgenommen werden, da es zu wenige Betten für sie gab - teils unter schlechten Bedingungen.

Der Wiener Gesundheitsverbund verwies damals auf den ständigen Ausbau der Kapazitäten in dem Bereich. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die damals noch laufenden Umbauarbeiten im AKH erinnert, die nun beendet sind.

In der neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie sollen auch innovative Therapiemethoden und neuen Forschungsansätze zur Anwendung kommen. Es wird ein erweitertes Sportangebot, Möglichkeiten für Neuro- und Biofeedback-Forschung sowie ein Virtual-Reality-Labor geben. „Für uns war es wichtig, hier am Gelände, eingebettet in ein Versorgungs- und Forschungsnetzwerk, moderne Behandlungsräume vorhalten zu können. Das schafft auch die Möglichkeit, dass die Studierenden der Medizinischen Universität Wien unser Fach direkt kennenlernen können, um die nächste Generation von Ärztinnen und Ärzten für unser Gebiet zu begeistern“, hob Klinikleiter Paul Plener die Vorteile hervor.

Apropos Forschung und Lehre: „Dieser innovative Ausbau fügt sich auch perfekt in die weiteren Zukunftspläne der MedUni Wien, insbesondere mit dem Bau des Zentrums für Präzisionsmedizin und des Zentrums für Translationale Medizin und Therapien am MedUni Campus AKH - mit dem Ziel, zum Wohl der Patienten noch schneller als bisher Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung direkt in die klinische Praxis überführen zu können“, unterstrich diesbezüglich der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Markus Müller.

Die Kosten für das erneuerte und erweiterte Gebäude samt modernisierter Hörsäle und Räume für die Heilstättenschule der Stadt Wien belaufen sich auf rund 31,3 Millionen Euro. Künstlerisch ausgestaltet wurde die Klinik mit Bildern von Artur Bodenstein. Die Werke beschäftigen sich mit psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen.

 

 

 

 

AKH Wien
In der neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie am Wiener AKH soll es unter anderem Möglichkeiten für Neuro- und Biofeedback-Forschung sowie ein Virtual-Reality-Labor geben.
MedUni Wien, AKH Wien, Houdek