Welttag des Sehens

Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt „Pflicht"

Verminderte Wahrnehmung von Kontrasten, dunkle Flecken im Sichtfeld oder verzerrtes Sehen können die Anzeichen schwerer Augenerkrankungen, zum Beispiel der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), sein. Auf die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen beim Augenarzt wurde am Donnerstag aus Anlass des bevorstehenden „Welttag des Sehens“ (8. Oktober) bei einer Online-Pressekonferenz des Pharmakonzerns Novartis hingewiesen.“

red/Agenturen

In Österreich leiden rund 150.000 Menschen an einer altersbedingten Makuladegeneration, rund 15 Prozent davon unter der aggressivsten Form, der feuchten AMD“, erklärte Claus Zehetner von der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Innsbruck. „Die gute Nachricht ist: Wir haben heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten für die feuchte AMD, mit denen wir die Erkrankung im Zaum halten können und das Sehvermögen erhalten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Therapie konstant erfolgt.“ Verwendet werden dabei Arzneimittel, die in das Auge injiziert werden und die krankhafte Neubildung von Blutgefäßen in der Netzhaut verhindern.

Allerdings hätte die Covid-19-Pandemie Probleme gebracht, berichtete der Experte: „Patientinnen und Patienten können die Therapie nur in Spitälern erhalten und müssen daher oft sehr weite Anfahrtswege und Wartezeiten in Kauf nehmen. In Tirol bedeutet dies beispielsweise, dass Patientinnen und Patienten zwei Stunden und mehr nach Innsbruck anreisen – oft in Begleitung eines Angehörigen – um die nötige Therapie zu erhalten. Da die Patienten-Zahlen von Jahr zu Jahr steigen und die Ambulanzen an der Kapazitätsgrenze arbeiten, wäre eine dezentrale Lösung unter Einbeziehen der niedergelassenen Augenfachärztinnen und -ärzte dringend nötig.“ Dass diese Form der AMD-Therapie in die niedergelassene Praxis kommt, wird in Österreich seit Jahren gefordert.

Derzeit werden international in der Behandlung der altersbedingten feuchten Makuladegeneration Fusionsprotein Aflibercept, der monoklonale Antikörper Ranibizuma und ohne entsprechende Zulassung (Off Label) der monoklonale Antikörper Bevacizumab eingesetzt. Alle drei Arzneimittel wirken als Angiogenese-Hemmer, indem sie den Wachstumsfaktor VEGF oder eine seiner Unterformen abfangen. Novartis hat mit dem Antikörperfragment Brolucizumab ein weiteres derartiges Arzneimittel entwickelt. Die Produktion für den Weltmarkt soll bei Sandoz in Kundl in Tirol erfolgen.